Håkan Samuelsson: Wir planen keinen Börsengang.

Gestern kündigte Volvo die Elektrifizierung der Marke an. Und es gab ein klares Statement von Håkan Samuelsson zu den Börsenplänen. Seit Monaten schwelt in schwedischen Medien das Gerücht eines möglichen Börsengangs.

Håkan Samuelsson und der Volvo S90 2016. Bild: Volvo Cars

Mit der Zahlung einer ersten Dividende seit dem Jahr 2010 fanden die Gerüchte eine neue Nahrung. Und Dagens Industri berichtete von einem Optionsplan für Führungskräfte.

Keine Planung für einen Börsengang. Die Entscheidung liegt in China.

Das Volvo Management nahm dazu bisher keine Stellung, aber gestern dementierte Håkan Samuelsson den Börsengang. In einem Interview, das bei SvD veröffentlicht wurde, erteilte er einer Börsennotierung eine Absage. Zumindest für den Moment.

Die Entscheidung ob Volvo an die Börse geht, so Samuelsson, werde in China getroffen. Bei Dagens Industri galt es noch vor einigen Tagen als sehr wahrscheinlich, dass Volvo Cars im 4. Quartal 2017 an der Börse in Stockholm notiert werden würden.

Erst vor einem halben Jahr platzierte Volvo erfolgreich stimmrechtlose Vorzugsaktien im Wert von 5 Milliarden Kronen bei schwedischen Investoren. Während in Schweden das Interesse groß ist, scheiterte eine Platzierung in China. Im Fall der Börsennotierung würde eine Umwandlung der Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stammaktien erfolgen.

Risiko Elektrifizierung?

Die überraschende Ankündigung in Zukunft auf elektrische Antriebe zu setzen, und ab 2019 keine neuen Fahrzeuge mit rein fossilen Antrieben mehr auf den Markt zu bringen, sorgte gestern für großes Aufsehen. In Schweden war das Feedback vorwiegend positiv. Sogar die Gewerkschaften begrüßten den Wandel bei Volvo Cars. Viele Stimmen sehen die Chancen, die Volvo als kleiner Hersteller dadurch haben könnte. Die Umstellung von gerade mal 6 Werken macht die Transformation einfacher als bei großen Mitbewerbern. Vereinzelt gab es in Schweden aber auch mahnende Stimmen.

Vor allem der höhere Preis für Hybride machte Kommentatoren Kopfzerbrechen. Ein Volvo Hybrid würde rund 10.000 € mehr als ein konventioneller Verbrenner kosten, so Robert Colin vom Aftonbladet. Volvo könnte mit solchen Preisen vom Markt verschwinden. Denn: Wer soll das bezahlen?

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