Hier fährt die Volvo CMA Plattform (Teil 2)

In Schweden, bei Volvo, fährt die CMA Plattform getarnt durch die Gegend. Unter der Karosserie eines Volvo V40 versteckt sich neueste Technik, die Fahrzeuge sind schwer als Prototypen auszumachen. Geely ist einen Schritt weiter, die chinesische Mutter wird ihre Fahrzeuge vor Volvo der Öffentlichkeit zeigen.

Geely Emgrand S7
Geely Emgrand S7

In Dubai wurde der Geely Emgrand S7 gespottet. Weit von zu Hause entfernt, ungetarnt, vermutlich der Serie entsprechend. Bilder, auch vom Innenraum, zeigt die CarNewsChina. Die Geschichte ist heiß, aus mehreren Gründen. Der Geely Emgrand S7 steht für eine neue Zeitrechnung.

Zum ersten Mal wurde ein chinesisches Auto komplett in Göteborg, bei CEVT, entwickelt. Die Motoren kommen aus einem Werk in China, das Volvo Antriebseinheiten nach Konzernstandard fertigt. Der S7 wird, als Plug-in-Hybrid, rein elektrische 50 Kilometer fahren können. Auch dieser Antriebsstrang kommt aus dem Volvo Regal, wird in China produziert. Mit dem neuen, kompakten, Emgrand S7 wird Geely auf neue Märkte vorstoßen. Der Markt in Nordamerika ist fest im Blick, südeuropäische Länder stehen auf der Liste zukünftiger Eroberungen. Schweden aber nicht.

So wichtig wie die CMA Plattform für Geely ist, so bedeutend ist sie für Volvo. Autos, die auf der Plattform basieren, werden zukünftig nicht nur in Europa gebaut. China ist beschlossen, das neue Werk in Nordamerika eine Möglichkeit. CMA im Verbund mit Geely, ermöglicht Volvo Synergieeffekte und Kosteneinsparungen, ohne die eine kompakte Baureihe nicht realisiert werden könnte. Die gemeinsame Entwicklung bei CEVT dürfte Volvo schon in der Planungsphase viele Millionen € gespart haben.

Geely Emgrand S7 Innenraum. Foto Credit: CarNewsChina
Geely Emgrand S7 Innenraum. Foto Credit: CarNewsChina

Ist die Entwicklung gut, oder ist sie schlecht für Volvo? Man könnte skeptisch sein, wie Europäer eben sind, wenn es um China und Technologietransfer geht. Aber wo wäre die Alternative zu Geely und zur Finanzierung durch chinesische Banken? Ich denke, die Entwicklung ist positiv, wenn man die Spielregeln beachtet.

Die CMA Plattform, auf der neue Geely und Volvo Modelle basieren, ist sehr wandlungsfähig. Volvo ist eine Premium Marke, selbst wenn ich dieses Wort nicht leiden kann, Geely bewegt sich in einem anderen Marktsegment. Entsprechend werden die Plattformen der einzelnen Modelle und Marken ausgelegt. Ein Volvo wird sich so fahren, wie wir es erwarten. Wie ein hochwertiges Auto aus Schweden. Dafür spricht schon, dass Volvo Ingenieure die neuen Fahrzeuge im eigenen Haus zur Serienreife bringen, und nicht bei CEVT ein komplettes Produkt abholen.

Geeely bedient mit den kommenden Fahrzeugen eine andere Käuferschicht, und ist in einem niedrigeren Marktsegment zu Hause. Entsprechend unterscheidet sich schon die Plattform von der Auslegung. So wie später die einzelnen Fahrzeuge bei Innenraum und Antrieb. Auch wenn die Motoren die gleiche Basis haben, Volvo wird (vermutlich) immer die technisch anspruchsvollere Lösung im Portfolio haben.

Entscheidend aber sind Stückzahlen. Mit den Fahrzeugen auf CMA Plattform wird der Geely-Volvo Konzern in neue Dimensionen vorstoßen. CMA Plattform, das steht auch für eine Wette auf die Zukunft. Auf einige 100.000 Fahrzeuge mehr im Jahr, die auf Käufer und Akzeptanz treffen müssen. Funktioniert der Plan, dann stehen Volvo und der Region Göteborg goldene Jahre ins Haus. Rasches Wachstum im Segment kompakter Premium Fahrzeuge, die Eroberung von Marktanteilen. Volvo wird zum globalen Anbieter mit kompletter Produktpalette.

3 Gedanken zu „Hier fährt die Volvo CMA Plattform (Teil 2)

  • 9. November 2015 um 18:40
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    Hat irgendein deutscher Automobilhersteller Probleme den Chinesischen Markt zu bedienen?! Eher nicht. Aber die hiesigen Hersteller sind natürlich bemüht immer hervorzuheben das Volvo doch ein Chinese und Jaguar ein Inder ist! Um die Marken negativ darzustellen.

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    • 9. November 2015 um 19:56
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      Danke. Genau so sieht es nämlich aus.

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    • 9. November 2015 um 20:11
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      Bis jetzt werden die Spielregeln befolgt. Volvo bedient mit XC90, S90 und V90 die Oberliga, Geely konzentriert sich auf andere Segmente, auch mit den großen Fahrzeugen. Die Presse spielt leider mit dem China Thema, und wenn wir uns an die verblichene Firma Saab erinnern, da wurde immer das Opel Ding vorgetragen.

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