Investiert Volvo zu wenig in Schweden?

Die IF Metal Gewerkschaft wirft Volvo Cars vor zu wenig in die heimischen Werke zu investieren. Verglichen mit den Auslandsinvestitionen werde in Schweden zu wenig getan. Für die Zukunft könnte das den Abbau von Arbeitsplätzen bedeuten.

Polestar S60 und V60 Produktionsstart im Werk Torslanda

Obwohl es Volvo momentan gut geht, der Hersteller steht vor einem neuen Rekordjahr, sehen die Gewerkschaftsvertreter langfristig einige Risiken. Die Marke investiert weltweit, ein neues Werk in Nordamerika entsteht und eine super-moderne Polestar Fabrik in China. Die IF Metal sieht aber eine Vernachlässigung der schwedischen Werke.

Investiert werden muss in Skövde und auf Hisingen

Auf Hisingen, in Olofström und Skövde geht es nach Angaben der Gewerkschaft in erster Linie um Ersatzinvestitionen, nicht um die Erweiterung von Kapazitäten. Alte Anlagen, wie die Lackieranlage auf Hisingen oder das Presswerk in Skövde, müssten erneuert werden. Zwar investiert Volvo durchgehend in Schweden, aber scheinbar nicht genug.

Mittelfristig sehen die Arbeitnehmervertreter die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Standorte in Gefahr. Sollte die weltweite Nachfrage zurück gehen, könnte Volvo Überkapazitäten aufgebaut haben. Die Werke in Schweden wären dann durch veraltete Maschinen und geringe Produktivität bedroht. Das schreibt in einem aktuellen Artikel sverigesradio in Bezugnahme auf die IF Metal.

Volvo Cars hat in den vergangenen Jahren große Summen in Schweden investiert. Von den 11 Milliarden US Dollar, die Geely für die Wiederbelebung der Marke ausgegeben hat, soll die Hälfte nach Schweden geflossen sein. Der Hersteller nennt die Erneuerung der Karosseriefabrik auf Hisingen als Beispiel.

Die schwedischen Werke im internationalen Wettbewerb

In diesem Jahr soll die Kapazität des Stammwerks auf Hisingen auf 300.000 Fahrzeuge erhöht werden. Aber schon die nächste Generation des Volvo XC90, der aktuell in Schweden vom Band läuft, soll in Nordamerika gebaut werden.

Für Martin Sköld, Dozent an der Handelshögskolan in Stockholm, ist die Kritik der  Gewerkschaft nicht überraschend. Allerdings sieht er die Lage realistisch. Volvo ist kein nationales Unternehmen mehr. Die Besitzer denken international und produzieren dort, wo es am günstigsten. So sieht die Wettbewerbs-Situation für die schwedischen Werke im Moment aus.

2 Gedanken zu „Investiert Volvo zu wenig in Schweden?

  • 3. November 2017 um 14:09
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    Wahrscheinlich sind die Gewerkschaftler die einzigsten mit Durchblick. In ein paar Jahren werden in Göteborg die ersten Lichter ausgehen und alles wird nur Made in China sein.

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  • 3. November 2017 um 15:09
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    Es wird sich ohnehin vieles verschieben. Das Volvo den schwedischen Standort verkümmern lässt, kann (oder mag) ich mich gar nicht vorstellen. Ist ja auch ein wenig die Identität von Volvo. Sonst wären „unsere“ deutschen Hersteller schon längst weg.

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