KBA überprüft Volvo V60

Wir hatten das Thema bereits vor einigen Wochen auf nordicwheels. Das Umweltinstitut ICCT, es deckte das VW #dieselgate auf, überprüfte 32 weitere Dieselfahrzeuge von 10 Herstellern. Darunter ein Volvo S60 D4, der im Test auffällig wurde. Das überprüfte Fahrzeuge emittierte 15 mal mehr Stickoxide als es das Gesetz zulässt.

Volvo V60 Cross Country. Bild: Volvo Cars
Volvo V60 Cross Country. Bild: Volvo Cars

Das war im September. Das Ergebnis wurde Volvo Schweden mitgeteilt, eine Zeitung in Göteborg und mehrere überregionale Publikationen griffen das Thema auf. Nur kurz, und ohne dass es ein weiteres Medienecho gegeben hätte. Volvo räumte ein, dass mit der Software des getesteten S60 D4 etwas “nicht stimme”.

Eventuell kommt es jetzt zur Fortsetzung des Themas. Das KBA testet rund 50 Fahrzeuge auf Manipulation hinsichtlich des Schadstoffausstoßes. Drunter befindet sich auch ein Volvo V60.

„Auf Basis von Rohdaten wurden bisher zum Teil erhöhte Stickoxidwerte bei unterschiedlichen Fahr- und Umgebungsbedingungen festgestellt“, so das KBA am Mittwoch. In Gesprächen mit betroffenen Herstellern werden diese Daten weiter ausgewertet. „Erst danach liegen rechtlich belastbare Ergebnisse vor“, so die Behörde.

Wichtig: Bei welchen Fahrzeugen oder unter welchen Bedingungen die NOx-Emissionen erhöht waren, teilt das KBA nicht mit. Ausserdem sind erhöhte Werte nicht zwangsläufig auf Manipulationen zurückzuführen. Bisher wurden rund zwei Drittel der geplanten Messungen durchgeführt.

Ob Volvo von der Problematik betroffen sein wird ist bisher unklar. Auch ob Volvo überhaupt auf der Liste der “Verdächtigen” steht. Der Bericht des ICCT und das Versagen im Abgastest legen es aber nah. Die Auswahl der Fahrzeuge ist nach Hinweisen über auffällige Schadstoffemissionen erfolgt, so das KBA. Der Schadstoffausstoß wird sowohl auf dem Rollenprüfstand als auch durch Portable Emissionsmesssysteme (PEMS) auf der Straße gemessen.

Die Liste der durch das KBA zur Überprüfung auf erhöhte NOx Werte ausgesuchten Fahrzeuge:

  • Alfa Romeo Guilietta
  • Audi A3 und A6
  • BMW 3er und 5er
  • Chevrolet Cruze
  • Dacia (Motortyp SD)
  • Fiat Panda und Ducato
  • Ford Focus und C-Max
  • Honda HR-V
  • Hyundai i20 und ix35
  • Jeep Cherokee
  • Land Rover Evoque
  • Mazda 6
  • Mercedes C-Klasse, CLS, Sprinter und V-Klasse
  • Mini
  • Mitsubishi ASX
  • Nissan Navara
  • Opel Astra, Insignia und Zafira
  • Peugeot 308
  • Porsche Macan
  • Renault Kadjar
  • Smart Fortwo
  • Toyota Auris
  • Volvo V60
  • VW Golf, Beetle, Passat, Touran, Polo, Golf Sportsvan, Touareg, Crafter und Amarok

10 Gedanken zu „KBA überprüft Volvo V60

  • 11. November 2015 um 23:00
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    Ist das neu?! Wusste keiner, dass die auf dem Prüfstand gemessenen Werte mit der Realktät nichts zu tun haben?! Was VW gemacht hat ist nicht zu entschuldigen und in meinen Augen Betrug! Aber das Hersteller gültige Gesetze nutzen (die völlig schwachsinnig sind), um gute Werte zu präsentieren, ist für mich nachvollziehbar, wenn auch nicht gut! Kein Politiker oder Irgendein Umweltinstitut, sollte jetzt schreien! Alle haben gewusst, alle haben zugeschaut, alle haben geschwiegen!! Jetzt braucht und sollte sich keiner erheben!!

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    • 12. November 2015 um 9:48
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      Hallo Greif08,

      so einfach ist das nicht. Volvo hat sich aus technischen Gründen bei den neuen VEA-Motoren bewusst für LNT (Lean NOx Trap) zur Erfüllung der EU6 Vorschriften entschieden. Hintergrund ist die VEA Architektur mit den identischen Bauräumen und Flanschpunkten für Diesel- und Benzin-Motoren. SCR hätte vermutlich nicht in den vorgesehenen Bauraum gepasst bzw. zusätzliche Flanschpunkte benötigt. Jeder in der Branche weiss aber, das die Nachbehandlungsergebnisse von NLT für starke Dieselmotoren in Verbindung mit hohen Fahrzeuggewichten sehr unzureichend sind. Deswegen haben sich alle deutschen Hersteller bei solchen Fahrzeuge für SCR (Selective Catalytic Reduction) entschieden (AdBlue). Es gibt unabhängige Messungen/Studien aus Europe und den USA die belegen, dass SCR sogar bei realen Fahrbedingungen ermöglicht, die Grenzwerte einzuhalten. 2017 wird in der EU vermutlich auf einen realistischeren Fahrtest umgestellt. Bis dahin wird sich Volvo wohl etwas einfallen lassen müssen um den SCR in die VEA-Architektur zu integrieren. Ich habe diese Diskussion kommen sehen und mich daher vom neuen XC90 fern gehalten. Ein neues, so schweres Auto mit LNT. Das ist aus meiner Sicht ein kompletter Skandal – in einer Liga mit VW. Daran kann man sehen wie ernst es Volvo mit der Umweltverträglichkeit seiner Autos nimmt! Beim Geldbeutel hört es auch in Torslanda auf!

      Antwort
      • 12. November 2015 um 10:38
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        Hallo Lars, deine Ausführungen erschüttern mich jetzt doch, ich dachte Umweltverträglichkeit wäre bei Volvo mehr als Marketing Sprüche 🙁

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      • 12. November 2015 um 15:39
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        Hallo Lars,
        danke für den ausführlichen Einblick/Antwort. Unter den Umständen nehme ich gesagtes zurück:-). Da bekommt das Umweltverhalten von Volvo in der Tat einen Knacks.

        Antwort
  • 12. November 2015 um 11:44
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    Kann mir jemand aber Jetzt erklären warum der smart auch über prüft wird? Da gibts doch seit längerer zeit keinen Diesel mehr. Oder sind jetzt Benziner auch unter Verdacht?
    Jedenfalls finde ich es gut das bald unter realistischen Bedingungen getestet werden soll. Hoffentlich gibt es dann wirklich Verbrauchsangaben an den sich der Kunde orientieren kann.

    Antwort
    • 12. November 2015 um 12:51
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      Erklären kann man es nicht, die Faktenlage ist dünn es handelt sich maximal um einen Anfangsverdacht. Das KBA hält sich sehr bedeckt, bis die kompletten Fakten auf dem Tisch sind.

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  • 12. November 2015 um 17:32
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    Ich habe vor wenigen Tagen einen V60 Business D3 bestellt.
    Dachte, wenn ich für die Patientenorganisation unterwegs bin, dass ich mit VOLVO eine sichere und technisch einwandfreie Entscheidung getroffen habe. Ist der D3 Motor auch im Abgastest, oder nur der D4 Motor?
    Bin ziemlich verunsichert.

    Antwort
    • 12. November 2015 um 17:44
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      Es gibt leider keine konkreten Informationen. Das ICCT hatte den D4 im Visier, was das KBA testet ist uns unbekannt. Auch von Volvo gibt es kein Statement, wird es sehr wahrscheinlich auch nicht geben bevor das Verfahren abgeschlossen ist.

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  • 12. November 2015 um 18:00
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    Ich verstehe dass man sich bei nordicwheels sehr vorsichtig ausdrückt, und schätze diese Art durchaus. Das ist seriös und zeichnet das Medium aus. Allerdings macht mir die KBA Untersuchung Sorge, sie wird auch nicht ohne Verdacht sein. Wir fahren Volvo WEIL die Firma ein umweltfreundliches Image hat. Deshalb bitte dran bleiben und das Thema weiter verfolgen!

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  • 19. März 2016 um 12:14
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    tatsächlich ist es momentan schwer die richtige Entscheidung zu treffen, sollte das neue Auto umweltfreundlich sein. Besonders die deutsche Autoindustrie zusammen mit dem KBA arbeiten kräftig daran, das keiner mehr durchblicken soll. Alleine das verdient schon deren Kaufverweigerung. Wer sich aber mit dem Thema beschäftigt, weiß, dass nur noch die Harnstoffeinspritzung die NOX-Werte effektiv reduzieren kann. Von allem Anderen würde ich Abstand nehmen. Evtl, erhalten bald nur noch diese Fahrzeuge die blaue Umweltplakette.

    Das umweltfreundliche Image hat, wer sich neben Autoblöd etc. auch objektiv informiert eindeutig Peugeot/ Citroën. Sie waren es, die gegen den Widerstand der Deutschen, den Partikelfilter durchgesetzt haben. Sie waren es, die als erste die Harnstofftechnik angeboten haben und werden die ersten sein, die den Partikelfilter für Benzinmotoren freiwillig verwenden.

    So wäre eine Alternative zum V60 ein C5 oder ein Peugeot 508 oder 308 SW gewesen.

    http://www.greenpeace.de/themen/energiewende/mobilitaet/das-schmutzige-geheimnis

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