Lynk & Co. Smartphone auf 4 Rädern.

In dieser Woche stellte die neue Volvo Tochtermarke Lynk & Co mit viel Aufwand das erste Fahrzeug vor. Lynk & Co 01 ist ein SUV. Noch eines. Aber es ist mehr. Ein Smartphone auf 4 Rädern, das mit modernster schwedischer Ericsson Technik immer online ist. Und wer SUV`s als zu gewöhnlich empfindet, für den gibt es eine heiße Studie eines Hatchbacks mit 4 Türen.

Lynk & Co 01. Bild: Lynk & Co.
Lynk & Co 01. Bild: Lynk & Co.

Normalerweise schreiben Autoblogs über Hardware. Aber nicht heute, und auch nicht darüber ob Lynk & Co 01 ansehnlich ist. Das Design jedenfalls stammt aus den europäischen Geely Studios. Den routinierten Feinschliff hat der frühere Volvo Designer Peter Horbury geliefert.

Smartphone auf Rädern

Die neue Marke zielt auf Käufer die mit dem Smartphone aufgewachsen sind. Die Altersgruppe zwischen 25 und 35 Jahre ist es gewohnt vernetzt zu sein, und sie könnte das Produkt lieben. Damit das so sein wird öffnet Geely die Marke für externe Programmierer und stellt ein Software Development Kit und Interface (API) zur Verfügung. Eine mutige Entscheidung, aber nur konsequent gedacht.

Neben der permanenten Konnektivität bricht Geely mit alten Regeln und das könnte so einige Dinge in Bewegung bringen. Die Produktion des 01 findet in den chinesischen Werken statt, die Aufpreisliste und die Farbauswahl wird extrem kurz sein. Der 01 ist nicht nur voll vernetzt, er bringt auch Assistenzsysteme mit, die anderswo richtig teuer sind. Nur als Auswahl sind Kollisionswarnung, autonome Bremsen, Fußgängererkennung, adaptiver Tempomat, Blindspot und Spurerkennung in Serie an Bord. Natürlich auch die nötige Sim Karte um permanent online zu bleiben.

Auf ein kostspieliges Händlernetz verzichtet die Marke Lynk & Co völlig und spart so die branchenüblichen Distributionskosten von rund 30%. Der Kunde kann sich das Fahrzeug seiner Wahl im Lynk & Co Flagship Store auswählen, geliefert wird direkt nach Hause. Nicht ausgeschlossen ist, dass es in Zukunft auch externe, unabhängige Stores der Marke geben könnte.

Zum Service muss keine Werkstatt angesteuert werden, per App wird der Hersteller verständigt der dann das Fahrzeug abholt und sich um die nötigen Dinge kümmert. Wer den Gedanken der Sharing economy weiter verfolgt findet eine Share-Button im 01. Auf Wunsch kann er so sein Fahrzeug mit anderen Usern teilen. Oder er bucht es von Anfang an auf Wunsch und per Flatrate.

Volvo Technik und volle Digitalisierung

Unter dem SUV Blech steckt neue Volvo Technik. Der 01 wird ab dem 4. Quartal auf der CMA Plattform vom Band laufen und die Technik des neuen XC40 haben. Eine Kannibalisierung der Marke Volvo sieht man bei Geely übrigens überhaupt nicht. Lynk & Co würde eine Zielgruppe anvisieren, die Volvo sowieso nicht erreichen würde. Das interessante Concept einer Limousine mit Schrägheck wurde ebenfalls gezeigt. Sie ist spannder als das SUV und passt mehr zum digitalen Anspruch einer kommenden Nerd Marke. Bei CarNews China gibt es weitere Bilder.

Lynk & Co Hatchback Concept. Photo Credit: Car News China
Lynk & Co Hatchback Concept. Photo Credit: Car News China

Ohne Frage, die Sache ist intelligent gemacht. Man nimmt Volvo Technik, schwedische Ingenieurskunst und produziert Fahrzeuge unschlagbar günstig in China. Man baut ein Auto um ein Smartphone herum und bietet es zum günstigen Preis an. Volvo Technik, nicht unspannendes Design, absolute Konnektivität soll es zum billigen Opel Preis um die 20.000 € auch für Europa in 2 Jahren geben.

Ich stelle nicht die Frage ob sich die Marke Lynk & Co durchsetzen wird. 2021 will man eine halbe Million neuer Anwender im Jahr für die Marke begeistern. Die Welt verändert sich und digitale Zeiten kommen mit großer Wucht. Lynk & Co ist, nach Tesla, die zweite Marke die konsequent auf Digitalisierung setzt. Der Anwender, früher Kunde genannt, wird über den Erfolg entscheiden.

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