Schwedische Regierung will den Volvo XC90

Fährt Staatsminister Löfven vor, dann steigt er meist aus einem Audi A8. Im Gefolge der schwedischen Regierungslimousine entdeckt man in der Regel einen oder mehrere BMW X5, die Dienstfahrzeuge der Sicherheitspolizei. Kein Volvo – was nicht so bleiben muss.

Staatslimousine Audi A8, BMW X5 Sicherheitspolizei
Staatslimousine Audi A8, BMW X5 Sicherheitspolizei

Rückblick. Staastsminister Göran Persson fuhr als letzter schwedischer Regierungschef mit einem Fahrzeug das „Made by Sweden“ war. Sein Volvo S80 war der Sicherheitspolizei (Säpo) schon damals nicht genehm. Aber würde der französische Präsident etwas anderes als einen großen Citroen, der italienische Amtskollege etwas anderes als einen Lancia fahren? Nein!

Autos sind auch Symbole nationalen Selbstbewusstseins, Persson setzte sich durch, der Volvo blieb. Der Fuhrpark änderte sich ab 2006 mit Fredrik Reinfeldt. Dem Politiker wird ein gespanntes Verhältnis zur heimischen Industrie, und besonders zu den schwedischen Autoproduzenten nachgesagt. Für Reinfeldt war Großbritannien ein Vorbild, vor allem die Finanzbranche hatte es ihm angetan. Die alten Industrien, Wertschöpfung durch Produktion, litten während seiner Amtszeit. Die Traditionsmarke Saab verschwand unter seiner Regierung. Viele 1000 Arbeitsplätze in Südschweden und bei kleinen Lieferanten gingen verloren, Schweden hatte nur noch Volvo als Anbieter von Personenwagen.

Reinfeldt fuhr folgerichtig im 7er BMW vor, der Säpo muss das gefallen haben. Seit dem sind BMW und Audi die Lieferanten von Sicherheitspolizei und Regierung. Dass bei der Prinzenhochzeit in Stockholm direkt hinter den XC90 des Brautpaars werbewirksam die BMW Limousinen der Säpo fuhren war beste Werbung für deutsche Ingenieurskunst.

So einfach wie mit Reinfeldt ist es mit seinem Nachfolger nicht. Staatsminister Löfven hat eine automobile Historie, nicht mit Volvo sondern mit Saab. Als Gewerkschafter und Politiker in der Opposition kämpfte er gegen den Niedergang des Herstellers aus Trollhättan, ohne Unterstützung aus Stockholm. Da überrascht es schon, dass er als Staatsminister seit Oktober 2014 immer noch ein ausländisches Fabrikat fährt.

Das könnte sich ändern. Am Freitag ging die Meldung auf Sendung, dass Löfven sich den Volvo XC90 in den Fuhrpark der Regierung wünscht. Die Realisierung ist nicht so einfach wie es scheint. Die Sicherheitspolizei war umgehend strikt dagegen, der XC90 erfüllt nicht die Sicherheitsanforderungen.

In Italien oder Frankreich würden Politiker ein Machtwort sprechen und sich mit ihren Wünschen durchsetzen. In Stockholm….? Bei Volvo in Göteborg hat man den Wunsch gehört, am Freitag umgehend reagiert, und prüft wie man das SUV fit für die Regierung machen könnte.

Dass Stefan Löfven demnächst im Volvo vorfährt ist nicht ausgeschlossen. Vielleicht auch in der neuen Volvo S90 Limousine die 2016 auf den Markt kommt.

3 Gedanken zu „Schwedische Regierung will den Volvo XC90

  • 31. August 2015 um 13:51
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    Ist ja wohl ein Ding wenn der oberste Schwede Audi fährt. Kein Vertrauen in die eigene Industrie?

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  • 31. August 2015 um 15:18
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    Die Säpo hatte vor ein paar Jahren auch ein SAAB 9-5, den gibt es auch nicht mehr. Es wäre für Volvo sehr gut, würde Löfven mit einem XC90 oder S90 fahren!

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  • 1. September 2015 um 10:13
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    Ich halte es eigentlich auch für ein wichtiges Zeichen, dass das Staatsoberhaupt Schwdens auch in einem Schweden unterwegs ist.

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