Toyota belebt altes Saab Patent neu

Immer schärfere Verbrauchsvorschriften und Emissions-Richtlinien könnten in naher Zukunft das manuelle Getriebe auf das Abstellgleis schieben. Toyota scheint das verhindern zu wollen, und belebt dafür eine alte Saab Patent-Idee neu.

Saab 93. Bild: Saab Automobile AB

Saab führte den Freilauf im 93 ein.

Hinter dem sperrigen Namen „Controller For Vehicle And Control Method For Vehicle.“ verbirgt sich ein automatischer Freilauf für manuelle Getriebe. Er soll, ohne Zutun des Fahrers, in den Leerlauf schalten. Etwa wenn das Auto einen Berg hinunter fährt. Ausserdem soll ein versehentliches Schalten in einen zu niedrigen Gang verhindert, und dadurch Getriebe Schäden ausgeschlossen werden. Gefunden hat den neuen Patent-Antrag das Magazin Road & Track.

Die Idee selbst ist nicht neu. Viele Marken benutzten in der weit zurück liegenden Vergangenheit einen Freilauf. Zur Perfektion gebracht wurde er aber durch die Marke Saab. Eingeführt im Jahr 1956 im Saab 93 sollte die Technik Motorprobleme verhindern. Saab setzte auf Zwei-Takt Motoren, die bei der Fahrt bergab das Problem hatten fest zu gehen. Die Zweitakt Motoren verfügten über keine  Getrennt-Schmierung, sondern fuhren mit einem Gemisch, das im Voll- und Teillastbereich für ausreichende Schmierung sorgte. Mit geschlossener Drosselklappe, bei einer Fahrt bergab, konnte allerdings die Schmierung abreissen und der Motor beschädigt werden. Mit dem Freilauf konnte der Motor auch bergab ausreichend drehen und so die Kolben schmieren.

Saab hielt sehr lange am Freilauf fest, und führte ihn auch im Nachfolger des 93 ein. Der Saab 96 wurde bis 1980 gebaut. Das Toyota Patent ist natürlich viel komplexer und löst mehr Problem als die alte Saab Idee. Es ist daher nur begrenzt mit dem zu vergleichen, was man sich in Trollhättan einst ausdachte. Aber es erinnert uns an eine charismatische, schwedische Automarke, die es leider heute nicht mehr gibt.

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