Volvo Motorsport Rückzug?

Die neue Marketingstrategie von Volvo hat es in sich. Der Rückzug aus vielen Sponsoring Projekten ist beschlossen, Tabus gibt es kaum. Nur das Volvo Ocean Race soll nicht angetastet werden. Nicht gut sieht die Zukunft von Volvo im Motorsport aus.

Volvo 850 Kombi BTCC
Volvo 850 Kombi BTCC. Bild: Volvo Cars

Volvo Marketing Direktor Alain Visser verkündete „…Motorsport passt nicht zum Markenimage„. Volvo, das seien kleine, umweltfreundliche Motoren und Sicherheit. Okay, dann habe ich die letzten 20 Jahre was verpasst. Volvo, das ist auch Motorsport. Dachte ich. Der legendäre Volvo 850 startete vor exakt 20 Jahren in der BTCC. Die fliegenden Ziegelsteine feierten Erfolge, und wenn wir noch weiter zurück gehen, dann gibt es die ewigen Rallye Duelle zwischen Saab und Volvo auf allen Pisten der Welt.

Ganz aktuell, in dieser Saison, gewann Volvo die STCC. Aus der nationalen Tourenwagen Meisterschaft wird Volvo sich zurück ziehen, so bald es die Verträge erlauben. Ein Statement von Visser vor einigen Tagen. Ein Schock, denn noch einige Monate zuvor rechnete man mit mehr Engagement, der Einstieg in weitere Serien schien möglich. Volvo Motorsport am Ende? Es scheint so zu sein, und es scheint unausweichlich zu sein. Immerhin, die privilegierte Partnerschaft mit Polestar soll bestehen bleiben.

Volvo muss sparen, das ist klar. Ausserdem will Göteborg das Markenimage neu justieren. Beide Dinge sind wichtig. Allerdings verbuchte das Volvo Image in den letzten Jahren nicht gerade ein Übermaß an Emotion. Motorsport ist Emotion pur, und Volvo Motorsport ist ein Stück Marken Identität. Geschichte die dazu gehört, die wichtig für die Fahrzeuge und ihre Wurzeln ist. Diese Wurzeln sollen jetzt gekappt werden.

Kleine Motoren sind vernünftig, Sicherheit auch. Vernetzte Fahrradhelme sind klasse, retten Leben. Emotionen wecken sie aber nicht. Die Entscheidung für eine Marke, für den Kauf eines Fahrzeugs, ist auch ein Stück Emotion. Wer dort spart, der spart an seiner Zukunft.

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