Volvo und Saab würden zusammenpassen

Vermutlich ist es nur ein Gerücht. Aber eines der Art, das mir gefallen würde. Der Expressen hatte letzte Woche den Geist aus der Flasche gelassen, seit dem bewegt er die Fans der Marken. Ganz neu ist die Idee zum Zusammenschluss nicht. Verhandlungen über Fusionen gab es in der Vergangenheit immer wieder, auch weil beide Marken gut zusammenpassen würden.
Volvo und Saab?
Volvo und Saab?

Zwischen Volvo und Saab gab es in der Vergangenheit Gemeinsamkeiten, gleichzeitig viel Trennendes. Selbst beim Personal waren die Grenzen fließend. Per Gillbrand, in Schweden als Turbopelle berühmt geworden, wird gemeinsam mit Ole Granlund von Saab Fans als Vater des Turbos verehrt. Ursprünglich kamen beide Entwickler von Volvo, Gillbrand entwickelte den B18 und B16 Motor, später bei Saab die Turbos.

Volvo und Saab. Mehr Berührungspunkte als man denkt.

Als aktuelles Beispiel von Ideentransfer gilt Mats Fägerhag. Er ging den umgekehrten Weg als Granlund und Gillbrand. Zuvor Entwicklungschef bei Saab, jetzt CEO bei Volvo Entwickler CEVT. Die grundlegenden Ideen der hochflexiblen Saab Phoenix Plattform brachte er mit seinem Team in die CMA Plattform ein. Auf seinen Visionen, und auf denen anderer ehemaliger Saab Entwickler, basiert die kommende Generation kompakter Volvos, neuer Geelys, und möglicherweise die Fahrzeuge einer dritten Marke.

Während beide Marken vom regen Ideenaustausch zwischen Göteborg und Trollhättan profitierten, und auch gemeinsam eine Teststrecke nutzten, blieb ein Volvo stets ein Volvo, ein Saab ein Saab. Mitte der 80er hatte Volvo den 340/360, die 240er Reihe und die großen 740, 760 und 780 im Angebot. Kantige Kombis mit hohem Nutzwert, wuchtige Limousinen, Diesel und Benziner mit bis zu 2.8 Litern Hubraum und mit Sechszylindern.

Saab setzte auf den Turbo, der 900 war ein flinkes Schrägheck, der damals neue 9000 ebenfalls. Saabs waren sportlicher, innovativer, und es gab keine Dieselmotoren. Volvo war staatstragend konservativ unterwegs. Wer Saab fuhr, der dachte nicht an Volvo, und umgekehrt. Die Einstellung änderte sich die nächsten 20 Jahre nicht grundlegend. So zeigen die Cabriolets beider Marken Philosophien, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Der C70 trug ein Blechdach, was für das Saab 9-3 Cabrio niemals in Frage gekommen wäre. Zwei Marken, ein Land, und doch unterschiedliche Ansätze.

Heute positioniert sich Volvo kräftig nach oben. Die neuen S90, V90, XC90 sind teuer geworden. Die ehrgeizige Strategie funktioniert, die Eroberungsrate ist hoch. Die Champagnerflaschen auf Hisingen sind im Dauereinsatz, was lediglich meine Vermutung ist. Das Problem des Volvo Eroberungsfeldzugs ist, dass man Kunden zurück lässt, die finanziell nicht folgen möchten. Das anspruchsvollere mittlere Preissegment, dort wo Volvo und Saab ursprünglich zu Hause waren, wird zukünftig von Schweden aus nicht mehr bedient. Volvo steht unter Druck es zu füllen, soll die Strategie der Expansion aufgehen.

Lieber eine schwedische Marke, als ein Name aus der Retorte.

Man könnte das mit einem Markennamen aus der Retorte tun. Das wäre kostspielig, ziemlich riskant, bräuchte ein Jahrzehnt. Was läge näher, als das mit einer Marke zu versuchen, die mindestens genau so als schwedisch erkannt wird, wie Volvo selbst? Die Marke Saab ist, was Autos betrifft, seit vorheriger Woche verwaist. Sie liegt brach, und sie wäre der Mega Jackpot, den Volvo nutzen könnte.

Saab ist mit schnellen, praktischen, kompakten, innovativen Autos mit einem Schuß Extravaganz populär geworden. Saab 900 und 9-3 Generationen lassen grüßen. Die CMA Plattform wäre dafür ideal, die VEA Vierzylinder Motoren mit mehrfacher Aufladung wären perfekt, die Hybrid Antriebsstränge stehen bereit. Das alles ist extrem spekulativ. Aber es würde so gut passen.

4 Gedanken zu „Volvo und Saab würden zusammenpassen

  • 28. Juni 2016 um 18:19
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    Gerüchte und Spekulationen sind SAAB Spezialitäten! ☺Klar würde das passen und wäre sicherlich toll, ich kann es nur nicht glauben.

    Antwort
    • 28. Juni 2016 um 20:17
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      Die Quelle der Gerüchte ist recht nahe bei Volvo dran, aber dennoch würde ich es als „nettes“ Gerücht für das schwedische Sommerloch sehen 🙂

      Antwort
  • 28. Juni 2016 um 21:05
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    Für NEVS wäre das ein Schlag ins Gesicht.

    Antwort
  • 29. Juni 2016 um 17:56
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    Ich würde mich freuen wenn es nicht nur ein Gerücht wäre. Für NEVS wäre es ein Schlag ins Gesicht, den sie verdient hätten. Bei einem Schlag ins Gesicht kann man sich auch gerne ein blaues Auge holen. So gesehen könnte man über NEVS auch sagen, nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

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