Schwedentour. Zu Besuch in Aeroseum.

Nach meinem Besuch im Volvo Museum fahre ich nicht zurück nach Göteborg. Wenige Kilometer entfernt, in Richtung Norden, befindet sich das Aeroseum. Es liegt auf dem Gelände einer früheren Militärbasis gegenüber des Göteborger City Airports.

Ein Friction Tester von Saab.

In Schweden hat alles immer irgendwie miteinander zu tun. Das Land ist nur von der Fläche her groß, seine Bevölkerung mit knapp 9,8 Millionen aber recht überschaubar. Was in Schweden fliegt, das trägt meist den Namen Saab, wurde aber in der Vergangenheit vorwiegend von Volvo Motoren angetrieben.

Saab Flugzeuge mit Volvo Motoren im Aeroseum.

Die Ursprünge der Geschichte liegen weit zurück in Trollhättan. Ein Unternehmen mit dem Namen Nohab AB, deren historisches Fabrik Gebäude heute das Saab Bil Museum beherbergt, gründete im Jahr 1930 die Nohab Flygmotorfabriker AB. Die kümmerte sich seit dem darum, dass Flugzeuge von Saab angemessen motorisiert wurden. 1941 kauften dann Volvo und Bofors die Motorenfabrik. Sie benannten das Werk in Svenska Flygmotor AB um. Im Jahr 1970 übernahm Volvo alle Anteile, ab 1990 trug das Werk den Namen Volvo Aero. Die Produktion von Flugzeug Antrieben gehört heute zum GKN Konzern, nach dem sich die Volvo Gruppe vor einigen Jahren von ihrer Rüstungssparte trennte.

Das Aeroseum befindet sich in den Kavernen einer 1955 fertig gestellten Militärbasis. 30 Meter unter der Erde warteten Alarmstaffeln der schwedischen Landesverteidigung auf den Ernstfall. Seit dem Abzug der Luftwaffe zeigt das Museum schwedische Militärgeschichte. Der Eingang in die Kavernen hat etwas geheimnisvolles, im Sommer ist es im Berg angenehm im kühl, im Winter warm. Der Weg hinunter wird flankiert von Flugzeugen, die überwiegend von Saab stammen. Eine Saab Tunan, der erste Düsenjet aus Schweden, eine Saab Lansen, ein Friktion Tester und Militärgerät aus fremder Produktion warten auf ihre Entdeckung.

Kaffe und Kuchen 30 Meter unter der Erde.

Alle Ausstellungsstücke sind gut und mehrsprachig beschrieben. Unten in der Kaverne gibt es ein kleines Kaffee, das meist selbst gebackenen Kuchen und Erfrischungen anbietet. Ausserdem einen Spielbereich für Kinder, man kann die Mannschaftsräume und frühere Kommandostände besichtigen. Ein Blick in die Cockpits ist bei vielen Flugzeugen möglich. Immer wieder findet man Schautafeln, die über weniger bekannte Fakten des kalten Kriegs aus schwedischer Sicht berichten.

Für den Gang durch die unterirdische Ausstellung sollte man rund 45 Minuten einplanen. Ein Besuch im Kaffee ist empfehlenswert, ausserdem ein Spaziergang über das Freigelände. Aufgegebenes militärisches Gerät und Artefakte aus der Geschichte der Luftfahrt sind überall verteilt, ausserdem hat man einen Blick auf den City Airport von Göteborg. Der ist noch in Betrieb, soll aber in den kommenden Jahren geschlossen werden.

Informationen zur Anfahrt und den Öffnungszeiten gibt es auf der Homepage der Museums. Die Schwedentour durch die Museen geht weiter. Ich fahre über Udevalla, wo es bis vor ein paar Jahren ein kleines Volvo Werk gab, zum Saab Bil Museum nach Trollhättan.

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