Abu Dhabi Ocean Racing feiert in Brasilien

Mit seinem zweiten Sieg verwandelt Abu Dhabi Ocean Racing den ersten Matchball beim Volvo Ocean Race 2014/2015: Das unter der Flagge Abu Dhabis segelnde Team gewinnt die Königsetappe vom neuseeländischen Auckland ins brasilianische Itajaí mit gut 32 Minuten Vorsprung vor MAPFRE.

Team Dongfeng während der vierten Hochsee-Etappe von Sanya nach Auckland. Bild: Volvo Cars
Team Dongfeng während der vierten Hochsee-Etappe von Sanya nach Auckland. Bild: Volvo Cars

Das Team Alvimedica sichert sich in einem spannenden Schlussspurt Platz drei vor dem Team Brunel, das gerade einmal 76 Sekunden später den Zielhafen erreicht. Durch den Ausfall des schärfsten Konkurrenten, des Dongfeng Race Teams, baut Abu Dhabi Ocean Racing zudem seine Führung in der Gesamtwertung komfortabel aus.

Nachdem Zyklon „Pam“ mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 280 km/h durch die Südsee zog, startete die fünfte Etappe des Volvo Ocean Race mit dreitägiger Verspätung: Aus Sicherheitsgründen gingen die sechs Crews erst am 18. März 2015 auf das mit 6.776 Seemeilen (fast 12.550 Kilometer) längste und schwierigste Teilstück der diesjährigen Regatta. Für die Teams bedeutete das Auslaufen aus dem schützenden Hafen Aucklands Schlafentzug, denn trotz der Verzögerung hatten Mensch und Maschine noch mit den Nachwehen des Sturms zu kämpfen: Zehn Meter hohe Wellen setzten die Volvo Ocean 65 Yachten unter Wasser, dessen Temperatur im Rennverlauf auf nur noch acht Grad Celsius sank. Windgeschwindigkeiten von 90 km/h erforderten ständige Segelmanöver. So mussten mehrere Teams, darunter MAPFRE und die Frauen-Crew SCA, ihr Können beim sogenannten Halsen unter Beweis stellen, wo die Gefahr des Kenterns mitsegelt: Hierbei dreht die Yacht auf die Seite, sodass das Segel nah am Wasser und das Heck in der Luft steht. Hinzu kam die permanente Gefahr von Eisbergen und -schollen, die im Südpolarmeer unterwegs sind. Opfer der widrigen Bedingungen wurde das Dongfeng Race Team, nach einem Bruch des Segelmastes musste es vorzeitig die Etappe beenden, die Crew blieb unverletzt. Nach dem Tausch des Mastes in Itajaí will das Team auf der nächsten Etappe wieder angreifen.

Auf der Route gen Itajaí passierten die Teams außerdem den Point Nemo – den am weitesten vom Festland entfernten Punkt – und das Kap Horn, den südlichsten Zipfel Südamerikas. Abu Dhabi Ocean Racing meisterte die Strecke am schnellsten und erreichte nach 18 Tagen, 23 Stunden, 30 Minuten und zehn Sekunden den Hafen der brasilianischen Metropole. MAPFRE kam nur 32 Minuten später ins Ziel und auch die Teams Alvimedica und Brunel hatten nicht einmal eine Stunde Rückstand auf den Führenden. Fünftplatzierte wurden die Frauen des SCA-Team, deren Yacht kurz vor dem Ziel nach einer Karambolage auf die Seite geworfen wurde.

Die sechste Etappe des Volvo Ocean Race 2014/2015

Vor den Toren Itajaís findet am 18. April 2015 das nächste Hafenrennen statt, ehe die Crews einen Tag später die sechste Etappe in Angriff nehmen: Das Teilstück führt über 5.010 Seemeilen (rund 9.279 Kilometer) ins US-amerikanische Newport. Die Stadt auf Rhode Island, die schon viele Segelrennen gesehen hat, ist erstmals Etappenort des Volvo Ocean Race. Experten erwarten erneut ein enges Rennen: Erst beim Übergang von Süd- in Nordamerika wird es wohl erste Ausreißversuche geben – unberechenbare Winde können jedoch jeden Angriff schnell zunichtemachen. Ein letztes Mal überqueren die Teams außerdem den Äquator, die folgenden Europa-Rennen finden ausschließlich auf der Nordhalbkugel statt.

Die Ergebnisse der fünften Etappe von Auckland nach Itajaí im Überblick:

PlatzierungTeamZeitPunkte
1.Abu Dhabi Ocean Racing18 T., 23:30:101
2.MAPFRE19 T., 00:02:562
3.Team Alvimedica19 T., 00:24:323
4.Team Brunel19 T., 00:25:484
5.Team SCA20 T., 17:52:155
6.Dongfeng Race Teamvorzeitige Aufgabe8
7.Team Vestas Windnicht gestartet8

Die aktuelle Gesamtwertung:

PlatzierungTeamPunkte
1.Abu Dhabi Ocean Racing9
2.Dongfeng Race Team16
3.Team Brunel18
4.MAPFRE18
5.Team Alvimedica19
6.Team SCA29
7.Team Vestas Wind36

Die Punktevergabe

Für die Platzierung der Teams sind die Hochsee-Etappen entscheidend. Erstmals wird beim Volvo Ocean Race das Low-Point-System angewendet, das heißt, dass der Sieger einen Punkt erhält, der Zweitplatzierte zwei Punkte usw. Dies gilt ebenso für die In-Port-Rennen, allerdings werden die Ergebnisse gesondert gewertet und nur bei Punktgleichstand für die Platzierung herangezogen. Somit wird das Team am Ende Sieger, welches die wenigsten Punkte erzielt hat.

Das Volvo Ocean Race 2014/2015

Nach der ersten Hochsee-Etappe von Alicante ins südafrikanische Kapstadt führt die Jubiläumsausgabe des Volvo Ocean Race nach Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ins chinesische Sanya. Zum Jahreswechsel wird Auckland in Neuseeland angesteuert, bevor die Route der sieben Teams über Itajaí in Brasilien, Newport in den USA, Lissabon in Portugal und Lorient in Frankreich nach Göteborg – der Heimat des schwedischen Automobilherstellers Volvo – führt. Unter den sieben startenden Teams befindet sich mit SCA erstmals eine reine Frauencrew.

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