Adjö Saab!

Die Marke Saab ritt bereits 2011 in das Walhall der unsterblichen Automarken ein. Eine Wiederbelebung scheiterte, und trotzdem hat man den Eindruck, dass Saab lebendiger als alle anderen von uns gegangenen Marken ist. Wer spricht heute noch von Rover, von Talbot, und selbst die sterbende Marke Lancia ruft nicht so viele Emotionen hervor. Vom mumifizierten Borgward Label, das sich mit chinesischem Steroiden zum lebenden Untoten aufschwingt, ganz zu schweigen.

Saab 9-3 STCC / RallyX Nordic Skövde Foto: Daniel Ahlgren - STCC
Saab 9-3 STCC / RallyX Nordic Skövde
Foto: Daniel Ahlgren – STCC

Trotzdem flogen Saabs auch in dieser Saison über schwedische Rennstrecken. Flash Engineering machte es möglich, nachdem Wallenbergs PWR Racing zu Seat überlief. Eine Unmöglichkeit. Eigentlich. Die Familie, die in Schweden Saab verkörpert, propagiert eine Marke aus dem Volkswagen Konzern.

Saab in der STCC 2016. Danke Flash Engineering!

Die Saabs waren in dieser Saison nicht ohne Erfolg unterwegs. Reuben Kressner und Björn Wirdheim waren engagierte Fahrer. Sie machten die Läufe interessant, fuhren in die Punkte, eroberten Podestplätze. Freilich ohne Chance die drückende Volvo Dominanz zu brechen, dafür fehlten dem Team von Flash Nilsson schlicht die Möglichkeiten. Das Engagement wurde belohnt. Wirdheim landete auf Platz 4, Kressner auf Platz 9 der Endabrechnung.

Es wird nach allen Regeln der Logik, und das erfüllt jeden Fan mit Trauer, die letzte Saison mit Saab Teilnahme gewesen sein. Die Marke ist nicht mehr, die neuen Herren im Werk wollen Fahrzeuge unter dem NEVS Markennamen bauen. Auch die Regeln zur STCC 2017 ändern sich. Die skandinavische Meisterschaft passt sich in Zukunft der TCR Serie an. Was ein Aus für die Silhouetten-Autos der STCC nach sich zieht.

Dass wir 2017 wieder einen Saab in der STCC sehen ist unwahrscheinlich. Nur in historischen Serien wird die Marke aus Trollhättan, die auf dem Weg zum Kult ist, weiter präsent sein. Knatternde Zweitakter mit tollkühnen Piloten werde durch Schwedens Wälder fliegen. Die Zuschauer werde sie lieben, Erik Carlsson wird vom Himmel herunterschauen. Und zufrieden sein.

Die Marke ist unsterblich. In diesem Sinne. Adjö Saab!

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