Aufgeschoben. Fusion Geely – Volvo verzögert sich.

Nach chinesischen Medienberichten verzögert sich die angestrebte Fusion von Geely und Volvo Cars. Grund soll die geplante Ausgabe neuer Aktien durch Geely und deren Notierung am Shanghai Star Market sein. Die mögliche Neuemission teilte die Geely Gruppe in einer Pressemeldung am 17. Juli mit. Ihr Volumen soll bis zu 15 % des aktuellen Kapitals umfassen.

Die Fusion Geely Volvo verzögert sich

Geely gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Anbietern auf dem chinesischen Markt. Seit 2005 ist das Unternehmen an der Börse in Hong Kong notiert. Entgegen dem Trend legten die Verkäufe der Gruppe auch in Zeiten der Coronapandemie kontinuierlich zu. Im Juni stieg der Absatz um 21 % im Vergleich zum Vorjahr. Die zur Gruppe gehörende Marke Lynk & Co konnte mit mehr als 130.000 verkauften Fahrzeugen sogar um 53 % wachsen.

Trotz der Erfolge steht der Hersteller nicht auf der Liste der 10 wichtigsten Anbieter, die Unterstützung vom chinesischen Staat erhalten. Eine Notierung an der Börse in Shanghai könnte das ändern. Sicher aber wäre der Zugang zu Investoren im Kernland für Geely einfacher möglich.

Geplant war, die Fusion von Geely und Volvo zum Jahresende über die Bühne gehen zu lassen. Im Herbst sollten Details bekannt gegeben werden. Geely verspricht sich von der Verschmelzung der beiden Unternehmen Synergieeffekte und Kosteneinsparungen. Im Hinblick auf anstehende Investitionen im Bereich alternativer Antriebe sicher erstrebenswert. Die Aktien des gemeinsamen Unternehmens sollen in Hong Kong und Stockholm gehandelt werden.

Die Fusion könnte das Ende der Eigenständigkeit von Volvo sein

Jetzt wird eine Verzögerung der Planung aufgrund der Börsenpläne von Geely gemeldet. Die Verhandlungen über die Fusion sollen im Herbst wieder aufgenommen werden, berichteten chinesische Medien.

Volvo Cars ist ein rechtliche eigenständiges Unternehmen, auch wenn die Aktien seit 2010 im chinesischen Besitz sind. Für den schwedischen Hersteller hätte die Fusion erhebliche Konsequenzen, Volvo wäre nur noch eine weitere Marke im Geely Konzern. In Schweden regt sich aus diesem Grund Widerstand gegen die Fusion. Auch Teile der Volvo Geschäftsführung sollen den Plänen mit Skepsis begegnen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.