Auto Involvement Index 2018

Jährlich erstellen die Wissenschaftler der Ruhr Universität Bochum den “Auto Involvement Index”. Hinter dem sperrigen Begriff soll sich die Bindung des Besitzers zu seinem Fahrzeug verbergen. Es geht um Emotionen, es geht um langfristige Markenverbundenheit. Aus schwedischer Sicht ist das Ergebnis sehr interessant, und irgendwie auch verblüffend. Denn eine Marke, mit der wir im Traum nicht gerechnet haben, schneidet überraschend stark ab.

Volvo belegt Rang 1 im Auto Involvement Index 2018
Volvo belegt Rang 1 im Auto Involvement Index 2018. Foto: Volvo

Der Involvement Index wird in der Branche ernst genommen. Er hat sich als Frühindikator erwiesen, und die ein oder andere Marke sollte ihn gut lesen. Die Wirtschaftswoche hat exklusiv die Ergebnisse des Jahres 2018 veröffentlicht. Volvo schneidet sehr gut ab, und liegt im Auto Involvement Index 2018 wie in den Vorjahren auf dem ersten Rang.

Volvo auf Platz 1. Aber der Vorsprung schmilzt.

Allerdings müssen die Schweden aufpassen. Denn der Vorsprung schmilzt und Volvo rutscht um 1,65 Punkte auf 5,83 Punkte ab. Zu Verfolger BMW mit 4,10 Punkten besteht noch ein gutes Polster, aber das könnte sich ändern. Die Gründe für den Rückgang der emotionalen Bindung zur Marke sind klar. Volvo hat seinen Markenkern verändert, was früher ein schwedisches Langzeitauto und Raumwunder war, das ist heute immer mehr ein Lifestyle Produkt.

Ausserdem könnte der Erfolg der Marke selbst eines der Probleme sein. Größere Stückzahlen führen zu Kunden, die günstige Leasingraten shoppen gehen. Und die dann mehr oder minder zufällig bei Volvo landen, und nicht mehr mit dem Bewusstsein wie in vergangenen Zeiten.

Überraschung! Saab auf Platz 9 des Auto Involvement Index 2018
Überraschung! Saab auf Platz 9 des Auto Involvement Index 2018. Foto: Saab

Auf Platz 9: Saab!

Saab, war da was? Die Marke gibt es nicht mehr, im Dezember 2011 gingen die Lichter in Trollhättan aus. Seit dem ist Schluß. Nicht aber in den Herzen der Menschen, die einen Saab fahren. Saab, und das ist eine Sensation, liegt im Auto Involvement Index 2018 verblüffend auf Rang 9.

Die Macher der Studie schreiben, und ich zitiere: “Ein Saab ist ein hoch emotionalisiertes Auto mit geringem Bestand, auf das die Fahrer kaum verzichten mögen. Sie sträuben sich in der Regel gegen den Wechsel zu anderen Automarken und haben eine Mentalität wie die Bewohner des wohlbekannten gallischen Dorfes”.

Und Saab macht die Sache ganz gut. Mit 1,06 Punkten liegt man knapp hinter VW. Und, wenn auch hauchzart, vor Porsche. In Zuffenhausen würde ich darüber nachdenken.

4 Gedanken zu „Auto Involvement Index 2018

  • 29. November 2018 um 10:16
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    Echt schade das es SAAB nicht mehr gibt.

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  • 29. November 2018 um 10:42
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    Ich habe ich immer gefragt warum VOLVO das SAAB Potential nicht nutzt und SAAB integriert? Wäre doch besser als eine neue Marke wie Lynk aus dem Nichts zu generieren.

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  • 29. November 2018 um 11:36
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    Verstehe ich auch nicht warum Volvo eine neue Marke aufleben lässt.
    Wenn Volvo Saab übernommen hätte,dann hätten sich wahrscheinlich beide Marken zu sehr geähnelt,womöglich auch preislich.
    Merkwürdig, das bis heute kein anderer Automobilkonzern Interesse an einer wiederbelebung von Saab hat.
    Für mich wäre der PSA Konzern ideal für Saab gewesen, denn im mittleren und oberen Preissegement hat der Konzern nicht wirklich viel zu bieten.

    Antwort
  • 29. November 2018 um 13:08
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    Volvo muss ganz schön aufpassen, vor allem bei der Qualität. Meine Werkstatt flucht momentan ganz schön heftig!

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