CEVT AB – Schwedens neue Automacht

Der Name ist nur Insindern geläufig, aber er steht für ein wichtiges Stück Volvo-Zukunft. Die Geschichte der CEVT AB begann 2012. Die Hauptfigur des Erfolgs kommt nicht aus dem Volvo Management, sie kommt von Saab. Der ehemalige Entwicklungschef Mats Fägerhag, nach 20 Jahren bei Saab und GM zu Volvo gewechselt, war vor 3 Jahren auf der Suche nach zukünftigen Entwicklungspartnern.

CEVT AB - Schwedens neue Automacht
CEVT AB – Schwedens neue Automacht

Die gesuchte Partnerschaft fand er mit Geely im eigenen Konzern. Es kam zur Gründung einer neuen Gesellschaft deren Präsident er heute ist. CEVT AB, der Name steht für China European Vehicle Technology, startete mit 150 Mitarbeitern als Entwicklungsunternehmen für Geely und Volvo. Die Entwicklung der gemeinsamen CMA Architektur für Kleinwagen stand als erstes Projekt im Lastenheft.

Aus der Startcrew mit damals 150 Mitarbeitern sind mittlerweile 1.122 geworden. Die Räume im Stadtteil Lindholmen reichen schon lange nicht mehr aus, CEVT verteilt sich auf 6 Standorte in Göteborg. Zu den 1.122 Angestellten kommen weitere 117 Ingenieure hinzu, die als Gäste aus China in Schweden arbeiten. Zusätzliche 500 Mitarbeiter sind in der chinesischen Niederlassung für CEVT tätig.

Mats Fagerhag. Bild: Volvo Cars.
Mats Fagerhag. Bild: Volvo Cars.

Fägerhag ist ein Glücksgriff für Geely und Volvo. In Trollhättan entwickelte er die modulare Phoenix Plattform für Saab. Das wertvolle Wissen nahm er mit zu CEVT. Daraus entstand, als Weiterentwicklung der Arbeit bei Saab, die CMA Plattform. Während in Trollhättan das Nachfolgeunternehmen NEVS immer noch an der Fertigstellung der Phoenix Geschichte arbeitet, ist CMA bereit für die Serie und wird die Basis für Volvo und Geely Fahrzeuge sein.

Die CEVT AB hat eine aggressive Dynamik entwickelt, so Mats Fägerhag gegenüber der Zeitschrift “NyTeknik”. Das Unternehmen ist längst kein reiner Entwickler mehr. Entwicklung, Einkauf, Produktionsvorbereitung, der Test von Prototypen, alles wird aus einer Hand geliefert. Während die Entwicklung in Schweden passiert, werden die Prototypen vor Ort in China getestet.

Die dynamische Entwicklung sieht Fägerhag als “Langzeitwette” von Geely auf Volvo und die Zukunft beider Marken im Verbund. Geely, so berichtet er “NyTeknik”, hat Versprechen gehalten und mehr geliefert als zugesagt. CEVT wächst und wächst, die Stellenanzeigen auf der Website sprechen eine klare Sprache.

Im Team arbeiten Ingenieure aus 15 Ländern, und viele kommen mit Saab Vergangenheit. Für Volvo entwickelt man den Nachfolger des V40, und die Grundlage einer neuen 40er Produktfamilie. Geely hat gleich dutzende von neuen Fahrzeugen bei CEVT bestellt. Die erste Auftragsarbeit für Geely wird man 2016 sehen können, gleichzeitig entwickelt CEVT einen Hybrid-Antriebsstrang für die Chinesen.

Die neue, gemeinsame CMA Plattform für Volvo und Geely ist im Grunde fertig. Prototypen waren auf Erprobung, Crash-Tests sind absolviert. Für Volvo stellt CEVT die Basis für den neuen V40 zur Verfügung. Die Mission von CEVT geht weiter, Grenzen sind nicht in Sicht. 2015 beträgt das vorläufige Budget für Forschung und Entwicklung rund 270 Millionen €, es wird erwartet dass es auf gut 300 Millionen klettern wird.

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