CEVT AB wächst weiter

Dynamisches Wachstum, eine mögliche, große Chance für die schwedische Autoindustrie. CEVT AB in Göteborg, das Entwicklungszentrum für Volvo und Geely, ist weiterhin auf dem Erfolgspfad. Mit 200 Mitarbeitern 2012 begonnen, auf 1.400 Angestellte im Laufe des Jahres angewachsen. Weitere 350 Mitarbeiter, vor allem Ingenieure werden gesucht.

CEVT AB - Entwurf Designstudio Barcelona
CEVT AB – Entwurf Designstudio Barcelona

Die Dynamik bei CEVT ist unfassbar. Zum Jahresanfang zählten wir noch rund 1.100 Mitarbeiter, die weitere Expansion war zu dem Zeitpunkt bereits ins Auge gefasst. Die 5 Standorte im Göteborger Stadtgebiet platzten bereits aus allen Nähten. Eventuell hätte alles ganz anders kommen können, wie CEVT CEO Mats Fägerhag vor einiger Zeit in einem Interview mit Dagens Industri verriet. Geely überlegte lange Zeit die Entwicklungskompetenz nach England, zu Lotus zu geben. Dann kam es zur Entscheidung für Göteborg und Schweden.

CEVT sollte anfänglich nur die neue, modulare CMA Plattform für die kompakten Modelle von Volvo und Geely entwickeln. Viel Saab Kompetenz floß ein, Fägerhag war in der Vergangenheit Entwicklungschef in Trollhättan ,und viele ehemalige Saab Entwickler aus seinem alten Team kamen mit ihm nach Göteborg. Die unvollendete Phoenix Plattform kommt aus dem alten, von Fägerhag geleiteten, Entwicklungszentrum bei Saab. Sie war revolutionär, und von Grund auf ausgelegt für Hybrid, Elektro, und konventionelle Antriebe. Saab Kompetenz hat überlebt. Was man in Trollhättan nicht fertig stellen konnte, wurde als Evolution bei CEVT als CMA Plattform Wirklichkeit. Die neuen, kompakten Volvos der Zukunft, sie werden auch Saab Gene in sich tragen. Das klingt für Fans der kleineren Marke hart, und ist eventuell schwer zu akzeptieren.

Heute sind Menschen aus 20 Nationen bei CEVT beschäftigt, die Entwickler liefern komplette Fahrzeuge produktionsfertig an Geely. Vom Prototypen, über die Wahl der Lieferanten, bis zum Fertigungsprozess. CEVT deckt das komplette Spektrum ab. Mehr als 10 neue Geely Fahrzeuge entstehen zur Zeit in Göteborg, parallel zu den Arbeiten für Volvo. Die ersten schwedischen Neuentwicklungen unter Geely Flagge laufen als Prototypen in China, und in arabischen Regionen. Sie werden im kommenden Jahr auf dem Markt sein.

Mats Fagerhag. Bild: Volvo Cars.
Mats Fagerhag. Bild: Volvo Cars.

Die Erfolgsgeschichte im Stadteil Lindholmen ist positiv für die komplette Industrie im Land. Ein Weckruf, nach Jahren des Niedergangs. Neben Neueinstellungen schließt CEVT Partnerschaften, vergibt verstärkt Aufträge nach außen. Auf der Liste stehen bekannte Namen wie Autoliv, Semcon und SKF. Das Entwicklungsbudget ist in diesem Jahr weiter gewachsen. Eine Steigerung von 270 auf 300 Millionen € war erhofft. Effektiv werden es 2015 mehr als 320 Millionen € sein, die in die Entwicklungsarbeit bei CEVT fließen. Finanziert wird das Budget durch Geely, Fägerhag hat pro Jahr mehr als doppelt so viel Geld für seine Entwicklungsarbeiten zur Verfügung wie zu Saab Zeiten.

Eine großartige Entwicklung, die eine enorme Chance für Schwedens Autoindustrie sein könnte. Nach dem Ende der Saab Automobile AB schien die Zukunft unsicher, die Perspektiven haben sich in der Zwischenzeit aufgehellt. Alles Harmonie? Die Wirtschaftspresse berichtet kontinuierlich, und immer wieder, von Unzufriedenheit und Spannungen zwischen Schweden und Chinesen. Was ist dran?

Mats Fägerhag räumt Probleme ein. Ein starkes, teils chaotisches Wachstum, fordert Tribut. Kulturelle Unterschiede, sprachliche Barrieren. Einige halten das für heftig. Aber, so Fägerhag, er habe den Saab Konkurs erlebt. Und überlebt. Für ihn ist CEVT eine große Chance. Nicht nur persönlich, sondern auch für den Standort Schweden und die komplette Branche.

2 thoughts on “CEVT AB wächst weiter

  • Saab Gene in einem Volvo, wo sonst?!

    Antwort
  • ist die passende Geschichte für alle die Volvo gerne in der China Ecke sehen würden. Die Gene kommen auch für die Zukunft aus Schweden, und wenn es von Saab ist, dann könnte es nicht schwedischer sein.

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