CEVT baut Arbeitsplätze in Göteborg und Trollhättan ab

Ist es das nahende Ende einer schwedisch-chinesischen Erfolgsgeschichte? CEVT in Göteborg, die Entwicklungsgesellschaft für Volvo und Geely, baut Arbeitsplätze ab. Das passiert zum ersten Mal seit der Gründung vor 8 Jahren. Betroffen sind die beiden Niederlassungen in Göteborg und Trollhättan.

CMA Plattform für den Volvo XC40

Im Moment ist nicht bekannt, ob in China ebenfalls Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Auch dort arbeitet das Unternehmen für Geely und Volvo. CEVT (China Euro Vehicle Technology) wurde im Jahr 2012 gegründet. Die Gesellschaft wird seit dem vom früheren Saab Chefentwickler Mats Fägerhag geleitet.

Über Jahre hinweg gab es nur den Weg der Expansion

CEVT war einer der Jobmotoren in Göteborg und seit 2016 auch in Trollhättan. Die flexible, modulare CMA Plattform wurde bei CEVT entworfen. Sie dient heute als Basis bei Volvo, Polestar, Geely, Lynk & Co und demnächst wohl auch bei Proton. Mit der Plattform konnten Volvo und der Geely Konzern die Entwicklungszeiten dramatisch verkürzen. 600.000 Fahrzeuge, die auf diesem Technologieträger basieren, wurden bisher ausgeliefert. Ein Ende dieses Erfolgs ist nicht in Sicht.

Wohl aber ein vorläufiges Ende der Erfolgsgeschichte bei CEVT. Für 180 feste Mitarbeiter in Göteborg und Trollhättan wurde nun das Ende ihres Beschäftigungsverhältnisses verkündet. Zusätzlich soll eine nicht genannte Zahl externer Berater gehen. Der Grund dafür liegt weniger in der COVID-19 Krise. Es ist der Strukturwandel in der Autoindustrie als solcher, der CEVT zu schaffen macht.

Die Schwerpunkte ändern sich, mit ihnen die Anforderungen an die Mitarbeiter. Geely investiert verstärkt in  Mobilitätslösungen, was nicht überraschend kommt. Statt Ingenieure, die Hardware konstruieren, sind jetzt Softwareentwickler gefragt. Nur die hat Schweden leider nicht zu bieten. Das zumindest ist die offizielle Erzählweise bei CEVT.

Es gibt Sorgen in Schweden

Aber es gibt auch einen anderen, verunsicherten Blick auf die aktuelle Entwicklung. Der schwedische Blick, der um die Abhängigkeit weiß. Die Sorge geht um, dass Geely zukünftig bevorzugt in China entwickeln lässt und immer weniger in Schweden. Die Chinesen hätten dann die Kontrolle, die Zeit der Kooperation könnte dem Ende entgegengehen.

Und es tauchen Gerüchte auf, die von renommierten Zeitschriften aufgenommen werden. Etwa, das Geely die Teststrecke von Hällered 1 : 1 in China nachbauen lässt. Dann könnte man die schwedischen Testergebnisse nachvollziehen und sich endgültig aus der Abhängigkeit befreien.

2 thoughts on “CEVT baut Arbeitsplätze in Göteborg und Trollhättan ab

  • 4. September 2020 um 10:46
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    Dieses war doch klar, hat es doch große Vorbilder dafür in Deutschland gegeben. Die USA, Japan haben es doch vorgemacht, Würde in den Schulen Wirtschaftkunde, “Betriebswirtschaftlehre der Unternehmung”, unterrichtet wäre das Erstaunen nicht so groß. Ich spreche hier insbesondere von dem Bundesland NRW. Über viele Jahrzehnte eine SPD und Grüne geführte Schulpolitik, was lernen denn die Kinder in den Schulen??? Ich spreche davon, “Was lernen die Kinder” die Bildungsexperten ereifern sich in “Wie soll gelernt werden” Ach ja, wir schreiben wie wir sprechen, Wuast, statt Wurst, derartige Beispiele gibt es viele.
    Aber, für die Entwicklung einer Technologie braucht es Man-Power, ist die Technologie in ihrem Endstadium werden die Mitarbeiter freigesetzt, siehe die Hochofentechnologie im Ruhrpott.
    => die jetzt seit Jahren gehypte Elektromobilität ist dem gleichen Stumpfsinn verfallen wir vor Jahrzehnten die Kernkrafttechnologie. Wo kommen die Rohstoffe her, wäre die eine Frage, die andere aber, wieviele dieser Rohstoffe gibt es wo auf unserem Planeten??? Mit einem Erdgas, od. LPG betriebenen Auto dürfen sie nicht in eine Tiefgarage fahren, Was machen sie mit einem E-tron, einem Tesla usw. ??? Die Beantwortung überlasse ich ihrem Geschmack.

    mit freundlicher Empfehlung

    W-G. M.
    (Dipl.Ing.SFI. Berufspädagoge univ.)

    Antwort
  • 4. September 2020 um 12:45
    Permalink

    Die Entwicklerstunde in Schweden wird wohl um ein vielfaches höher sein als in China vermute ich?

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