Das Coupé des Paten – der Volvo 262 C V6 Bertone

Eines der merkwürdigsten und gleichzeitig faszinierendsten Autos in der Geschichte der Marke ist das Volvo 262 C Bertone Coupé. Das Coupé des Paten, das schwedisches Volksheim und italienische Eleganz miteinander vermengt. Das geht nicht, sagen Sie? Stimmt, gemacht haben es Schweden und Italiener aber trotzdem.

Ein mächtiges, schwarzes Coupe
Ein mächtiges, schwarzes Coupe

Die Inspiration kam aus der neuen Welt

Die Volvo Legend besagt, dass ein Lincoln Continental Mark IV die Inspiration lieferte. Ein gewaltiges Auto, sehr amerikanisch. Aus viel US Stahl und 5.79 Metern amerikanischem Territorium schufen sie bei Lincoln ein zweitüriges Coupe. Direktoren von Ford sollen damit in den 70er Jahren zu Besuch bei Volvo gewesen sein. Die Schweden fanden das beachtlich, und dachten, das können wir auch. Heraus kam das Volvo 262 C Coupé.

Grob gesagt nahmen sie zur Realisierung eine Volvo 260 Limousine, schnitten das Dach ab und Bertone schweißte ein Coupé Oberteil darauf. Ganz so war es natürlich nicht. Aber im Prinzip ist der Unterbau Volvo, das Dach Bertone und im Innenraum  würfelte man Volvo und Italien wild durcheinander.

Bertone, wo das Coupé aufgrund der zu erwarteten kleinen Stückzahlen gebaut wurde, brachte das ein, was in dieser Zeit als italienische Eleganz mit amerikanischen Einschlag durchging. Heute ist das Sammelsurium aus Volvo Schaltern und gerafftem Leder auf jeden Fall merkwürdig. Aber exakt das macht den Reiz aus und das Volvo 260 C Coupé hätte eine tragende Rolle in einem Film von Francis Ford Coppola spielen können.

Das Coupé des Paten

Coppola drehte den Film der Pate schon 1971, das Coupé ging erst 1978 bei Bertone in Produktion. Motorisiert mit dem als Euro V6 bekannt gewordenen PRV Motor mussten am Anfang 140 PS genügen. Bis zum Ende der Herstellung 1982 stieg die Leistung auf 155 PS an. Meist mit einer dreistufigen Automatik ausgeliefert, der Viergang Handschaltung wurde selten der Vorzug gegeben, waren die Fahrleistungen nur für den US Markt ansprechend genug.

Wie viele italienische Paten tatsächlich das Coupé gut fanden, und eines fuhren, ist nicht überliefert. Mit 6.622 Exemplaren blieb das Modell selten, war aber kein Flop für Volvo.

Volvo 262 C aus Amerika

Heute kehren viele Volvo 262 C aus Amerika, ihrem Hauptverbreitungsgebiet, in die Heimat zurück. Bei einem schwedischen Auktionshaus stehen gleich zwei Exemplare zum Verkauf. Das schwarze 262 C Coupé hat als 1980er Modell leider keine der Vinyldächer, die nur in den ersten Jahren obligat waren. Mit seiner hellen Innenausstattung bringt es die damalige Zeit und ihren Geschmack bestens zum Ausdruck.

Das muss man mögen, so wie das ganze Auto und die Baureihe. Die sehr speziell ist, aber genau aus diesem Grund eine Faszination auf Menschen ausübt, die das Besondere suchen. Dieser Volvo Klassiker könnte es sein.

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