Der Saab 900 Turbo Super Saloon von Leksa Kinnunen

Die Rennserie hörte auf den sperrigen Namen Nordic Special Saloon Championships. Besser bekannt war sie in den ersten beiden Jahren ihrer Existenz als Blaupunkt Cup. Benannt nach dem Unternehmen aus Hildesheim, das einst ziemlich gute Rundfunkgeräte baute. Wie die Marke Saab ist auch Blaupunkt Vergangenheit, auch wenn der Markenname fortbesteht.

Der Saab von Leksa Kinnunen
Der Saab von Leksa Kinnunen

Saab steigt in die Nordic Special Saloon Championships ein

1985 wurde die Rennserie gegründet. Für Saab eine interessante Möglichkeit an frühere Erfolge im Motorsport anzuknüpfen. Das Werk stellte einen Saab 900 Turbo Super Saloon auf die Räder. Als Pilot verpflichteten sie Leo Juhani Kinnunen, den seine Freunde Leksa nannten.

Kinnunen hatte seine aktive Zeit eigentlich schon hinter sich, er war zu diesem Zeitpunkt bereits 42 Jahre alt. Der fliegende Finne, wie er sich selbst nannte, hatte bis dahin schon fast alles gefahren. Den Porsche 917 in Daytona, die Targa Florio 1970 mit dem Porsche 908. Selbst der Formel 1 stattete er mit dem AAAW Racing Team einen kurzen Besuch ab. Kinnunen galt als recht eigensinnig. Sein Englisch war schlecht, aber er weigerte sich standhaft es zu verbessern. Und als letzter Fahrer der Formel 1 fuhr er Rennen mit einem Helm mit offenem Visier.

Leksa Kinnunen fährt für Saab

In den 80er Jahren ließ er es bereits ruhiger angehen. Er fuhr immer wieder Rallyes in seiner finnischen Heimat, nicht ohne Erfolg. Das Angebot für Saab zu fahren nahm er gerne an. Der Saab 900 Turbo Super Saloon ging beim ersten Rennen der Saison am 5. Mai 1985 im finnischen Ahvenisto an Start. Saab trat an gegen BMW 320 Turbo, Porsche 935 und Ford Escort MK II. Es lief nicht gut. Kinnunen schied vorzeitig aus.

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Auch am 26. Mai in Kemora und am 9. Juni in Ahvenisto das gleiche Bild. Der Saab kam nicht ans Ziel, die Techniker bekamen die Probleme nicht in den Griff. Auch die restliche fünf Rennen der Saison, darunter Anderstorp, Knutstorp und Falkenberg in Schweden, konnte der Saab 900 Turbo Super Saloon nicht punkten. Sechs Ausfällen standen zwei Zielankünfte gegenüber.

Ein sechster und ein neunter Platz. Das hatte man sich anders vorgestellt.

Im Jahr darauf gab es keinen Werkseinsatz von Saab mehr. Der Wagen verschwand sang- und klanglos von der Bühne, sein weiterer Werdegang ist unklar. Im Saab Werk wollte man das Debakel möglichst rasch vergessen.

Der deutsche Anbieter AutoCult holt den vergessenen Saab 900 Turbo Super Saloon von 1985 zurück ins Rampenlicht. Ein Teil schwedischer Autogeschichte, die es im Maßstab 1:43 im Fachhandel zu kaufen gibt. Ein spannendes Modell, mit einem interessanten Hintergrund. Es ist auf 333 Exemplare limitiert.

Mit Bildmaterial von AutoCult

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