Erster Serien-S60 läuft vom Band

Am Freitag war es so weit. Volvo meldete per Twitter die Fertigstellung des ersten S60 in Serienversion. Eine sportliche Limousine aus Charleston für die Welt. Die auch am Image von Volvo etwas feinjustieren soll. Der neue S60 jedenfalls sieht gelungen aus. Ausgewogen, kein Gramm Fett zuviel auf dem Blech.

Der neue Volvo S60
Der neue Volvo S60

Er vermittelt schon im Stand Emotionen und das Design von Thomas Ingenlath setzt ihn erheblich von seinem Vorgänger ab, der noch auf Ford Basis vom Band rollte. Er soll, so schreibt es Volvo, ein sehr dynamisches Auto sein. Ein aktives Fahrwerk und verschiedene Fahrdynamik Modi liefern das nötige Rüstzeug, aufgeladene Motoren sorgen für Kraft.

Kein Diesel mehr im Volvo S60

Volvo beschreitet den Weg der Elektrifizierung vorsichtig, in kleineren Dosierungen. Vielleicht die intelligenteste Art, um seine Kunden langsam an die Zukunft zu gewöhnen. Zum Start gibt es zwei Hybride mit 340 und 390 PS System-Leistung, die nur mit Allrad Antrieb zu haben sind. Ausserdem stehen zwei konventionelle Turbo Benziner zur Verfügung, auf einen Diesel Motor im S60 verzichtet Volvo.

Mittelklasse Limousinen sind nicht angesagt, die Welt ist auf SUV`s fixiert. Um so mehr überrascht es, dass ausgerechnet im neuen US-Werk eine Limousine gebaut wird. Die soll von Nordamerika aus in die ganze Welt exportiert werden, und vielleicht hätte Volvo Chef Håkan Samuelsson beim Kaffee darüber mit Donald Trump sprechen sollen. Der verschlechtert mit seinen Strafzöllen die Export-Möglichkeiten nach China, und vielleicht auch demnächst nach Europa. Aber der Hauptmarkt liegt im eigenen Land, und Volvo hat vor allem junge Amerikaner im Blick. Die sollen, wenn es die schwedischen Marketing-Experten richtig einschätzen, gelangweilt von den SUV-Vorlieben ihrer Eltern sein. Liegen die Schweden richtig, dann ist der gute Geschmack noch nicht ganz verloren gegangen und es gibt Hoffnung für die Welt.

Der Innenraum des S60 ist typisch für einen aktuellen Volvo. Aufgeräumt, etwas unterkühlt, und mit Materialien die den Premium-Anspruch der Marke untermauern. Wer auf nordisches Design steht, der findet das zumindest sympathisch. Das große, die Mittelkonsole dominierende Display, ist aus anderen Volvo Modellen bekannt. Es folgt dem Zeitgeist, bündelt alle wichtigen Funktionen, und hält das Cockpit frei von Knöpfen. So wird es einfach zu bedienen sein.

In Nordamerika startet der Volvo S60 T5 bei rund 35.000 US Dollar. Zum Start haben die Schweden noch eine Begehrlichkeit oben drauf gesetzt. Es gibt eine limitierte, veredelte Polestar-Edition. Polestar, der frühere Haustuner von Volvo, ist so etwas wie AMG für Volvo. Die Edel Version kann man nicht kaufen, sondern nur per Flatrate über die Volvo Care App mieten. 1.100,00 US Dollar kostet die Exklusivität pro Monat, alles inklusive. Die 20 Fahrzeuge für die Vereinigten Staaten waren im Handumdrehen vergeben.

Mit dem sportlichen S60 stößt Volvo in neue Marktsegmente vor. Der ein oder andere Interessent wird den sportlichen Schweden vielleicht auf seine Liste setzen.

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