Für Rennstrecke und Straße – Ford Lotus Cortina MK II

Um den Ford Lotus Cortina MK II verstehen zu können, muss man sich in seine Zeit zurückversetzen. In den 1960er Jahren lagen Motorsport und Alltag noch dicht beieinander. Am Wochenende als Amateur-Sportler auf die Strecke, von Montag bis Freitag auf der Straße. Die Hersteller kannten die Leidenschaften ihrer Kunden. Und bedienten sie.

Lotus Cortina MK II
Lotus Cortina MK II

Ford Lotus Cortina MK II

Volvo lieferte für den sportlichen Einsatz den 544 Sport. Saab bediente Motorsport affine Kunden mit speziellen Versionen des 96. Und Lotus und Ford hatten ihren Cortina. Ein Fahrzeug mit einem hohen sportlichen Potenzial. Seine Einsätze im Motorsport sind Legende. Bereits in der Serienversion ist der Ford Lotus Cortina schnell unterwegs.

Denn unter der Motorhaube wartet der legendäre Lotus Twin Cam Motor.

Er ist ein Grundstein der Lotus Geschichte. Die erste Maschine von Lotus – konstruiert von Colin Chapman auf Ford Basis für den Elan. Im MK II kam eine gegenüber der Urversion verbesserte Variante zum Einsatz. Aus 1,6 Liter Hubraum produzierte sie mit zwei Weber Doppelvergasern rund 109 PS. Das reichte damals für sehr gute Fahrleistungen.

Der Ford Lotus Cortina wog lediglich 919 Kilogramm und beschleunigte in 10,4 Sekunden von 0 auf 100.

Die Spitze lag bei 174 km/h, was heute vielleicht gemächlich erscheinen wird. Doch keineswegs ist. Denn der Ford Cortina, ohne Lotus im Namen, aber temporär der beliebteste Neuwagen Großbritanniens, leistete in der 1.3 Liter Version 54 PS, benötigte bis zu Tempo 100 19,6 Sekunden und war 131 km/h schnell.

Damit rücken die Machtverhältnisse in den 1960er Jahren in das korrekte Licht.

Bei den Serienwerten blieb es meist nicht. Viele Fahrzeuge wurden modifiziert, leisteten mehr als offiziell angegeben. Bis zu 140 PS sollen machbar gewesen sein. Noch heute ist in England Tuning Literatur erhältlich, die sich mit dem legendären Twin Cam Motor von Lotus beschäftigt.

Gesucht und teuer

Für Ford war der Lotus Cortina MK II, der auch als Cortina Twin Cam bekannt ist, ein Image Gewinn. Als Spitze der Baureihe war er teuer und blieb daher selten. 1968 wurden nur 1.484 Stück mit der Lotus Bezeichnung gebaut. Zu dieser Zeit war der Name Lotus bereits vom Kofferraum Deckel verbannt, und durch den Twin Cam Schriftzug ersetzt worden. Da er sowohl als RHD und LHD Version verfügbar war, verteilte sich der Lotus in kleinen Dosierungen quer durch ganz Europa.

Ein Lotus Cortina MK II wurde 1968 nach Schweden geliefert, motorsportlich bewegt, aber weitestgehend im Original Zustand belassen. Das Auto hat Patina, der rote Lack der Innenseite der Motorhaube wirft Fragen auf, ein Wagen mit Geschichte eben. Er wird jetzt durch ein niederländisches Auktionshaus angeboten.

Günstig ist er keineswegs. Sportliche Gene, der prestigeträchtige Name Lotus. Dazu muss man die kleinen Produktionszahlen addieren. Das sind die Faktoren, die ein Auto gesucht und teuer machen. Entsprechend verhält sich das Preisniveau des Ford Lotus Cortina MK II. 28 – bis 31.000 € werden als Schätzpreis angesetzt.

Mit Bildmaterial von Classic Car Auctions

One thought on “Für Rennstrecke und Straße – Ford Lotus Cortina MK II

  • Der Cortina Lotus ist Autokultur pur. Leider in Deutschland sehr Nische, auf der Insel absolut populär. Ein eigentlich nicht besonders schönes Auto, mit tollen Sport Genen.

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