Intuitive Bedienung im neuen Volvo XC90

Eine Frage, die uns bewegt, ist ob im neuen Volvo XC90 der große Touchscreen eine gute Idee ist. Volvo bündelt die Bedienfunktionen im Innenraum auf das Touchpad, verzichtet dabei fast völlig auf Knöpfe. Eine Operation, die den Innenraum cleaner und stylischer macht. Leidet die Bediensicherheit darunter?

Infotainment im neuen Volvo XC90
Infotainment im neuen Volvo XC90

Volvo meint sieben Knöpfe auf der Mittelkonsole würden in Zukunft genügen, das Head-up-Display und das Infodisplay in der Instrumentenanzeige den Fahrer mit Informationen versorgen. Der Tochscreen im neuen Volvo XC90 sei einfach und intuitiv zu bedienen, weil logisch aufgebaut.

Der Bildschirm, bedienbar wie ein Tablet, unterteilt sich in flexible „Kacheln“, die jeweils eine Schlüsselfunktion darstellen: Die Navigation befindet sich ganz oben, Medien und Telefon folgen darunter und die Klimaanlage bildet das Fundament. Bei Berührung vergrößert sich die jeweilige Kachel, die anderen schrumpfen, sind jedoch weiterhin sicht- und aktivierbar. Der Nutzer muss dadurch nicht in das Hauptmenü zurückkehren, um die Funktionen zu wechseln.

Mit dem neuen Volvo XC90 sind Kunden stets voll vernetzt, was einer cloudbasierten Lösung von Ericsson und dem Navigationsdienst von HERE zu verdanken ist, dessen Kartenmaterial sich regelmäßig aktualisieren lässt.

Über das Infotainment-System Sensus erhält der Fahrer außerdem Zugriff auf zahlreiche Apps. Diese cloudbasierten Dienste, die sich je nach Markt unterscheiden, umfassen unter anderem Internet-Radiosender, Musik-Streaming-Dienste, Navigation sowie die Suche nach Parkplätzen, für die die Parkgebühr auch gleich automatisch beglichen wird.

Ausserdem informiert das System den Fahrer über bevorstehende Inspektionstermine und vereinbart, auf Wunsch, diese beim Volvo Partner. Soweit die neue, digitale Volvo Welt. Die wir so, oder so ähnlich, auch bei anderen Herstellern finden.

Ist der Drang zum  Touchscreen wirklich der Weisheit letzter Schluß? Mal angenommen, ich fahre im tiefsten Winter, mit dicken Handschuhen, im XC90 durch Stockholm. Wie sicher und zielgerichtet ist die Bedienung mit dem Bildschirm dann? Gibt es Rückmeldungen wie bei einem Schalter, wenn ich die richtige Funktion gewählt habe? Was ist mit der Haptik und den großen Tasten die wir im schwedischen Winter in den alten Volvos und Saabs so zu schätzen gelernt haben? Die Tasten, die ich im Notfall “blind” und ohne die Augen von der Fahrbahn weg zu lenken, drücken konnte weil ich wusste wo sie jeweils platziert war. Und schaue ich bei der Bedienung des Touchscreens nicht doch auf das Display und nicht auf die Strasse?

Volvo macht da einen Trend mit, den der Markt vermutlich erwartet. Oder zumindest die Autojournalisten und die Autotester. Weil eben jeder Hersteller diesem Trend hinterher läuft. Ob das klug und weise ist, das werden die Kunden mit dicken Handschuhen im nächsten Winter merken.

/beitrag@lennart

/bilder/@volvocars

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