Lässig! Die Zukunft des Automobilverkaufs bei Lynk & Co

Mit einiger Spannung konnte man letzte Woche in Richtung Amsterdam schauen. Lynk & Co eröffnete den ersten Club. Ja, keinen Verkaufsraum oder ein Beratungscenter. Nichts, was an Autos erinnert. Wer Prospekte, einen Verkaufstresen oder andere Attribute eines Autohauses sucht, der sollte enttäuscht werden.

Ernsthaft, würden Sie hinter dieser Fassade etwas mit Autos vermuten?
Ernsthaft, würden Sie hinter dieser Fassade etwas mit Autos vermuten?

Lynk & Co hat Wort gehalten

In Amsterdam wurde ein lässiger Club eröffnet. In einem industriellen Ambiente, der Spaß macht dort abzuhängen und sich mit Freunden zu treffen. Alles ist reduziert, Sichtbeton dominiert. Und tatsächlich gibt es dann doch ein Auto zu sehen. Lynk 01, das erste Modell für Europa, hat sich irgendwie in den Club verirrt. Wie zufällig steht es im Raum. Mehr eine Skulptur als ein Objekt, das man jetzt doch bitte kaufen soll.

Huch, da hat sich ein Auto in den Club verirrt!
Huch, da hat sich ein Auto in den Club verirrt!

Es ist schon verrückt. Da investieren Autohäuser und Hersteller seit Jahren Millionen in immer neue Glaspaläste. Kaum steht die eine Millioneninvestition, kommt die nächste Marketing-Idee und die Bodenbeläge müssen raus. Oder das Licht passt nicht mehr zum Auftritt und die Beleuchtung muss geändert werden. Im schlimmsten Fall kommt eine komplett neue CI und der ganze Bau benötigt ein Update. Autohäuser kennen dieses Spiel.

Club Atmosphäre mit viel Sichtbeton bei Lynk & Co
Club Atmosphäre mit viel Sichtbeton bei Lynk & Co

Nur eine kleine Leuchtschrift

Und was tun sie bei Lynk & Co? Eine kleine, dezente Leuchtschrift hängt an der Fassade von Rokin 75. Mehr aussehend wie die Werbung für ein kleines, nettes Kaffeehaus, als für ein Unternehmen, das Mobilität verkauft. Das ist gewagt und spricht für ein gewisses Selbstbewusstsein.

Keine überdimensionierte Stele mit dem Logo des Unternehmens, keine Lasershow.

Etwas Grün darf in dem lässigen Ambiente nicht fehlen
Etwas Grün darf in dem lässigen Ambiente nicht fehlen

Irgendwie könnte das lässige Auftreten Sympathien der Kunden wecken. Weil das so anders ist, und weil man selbst gerne lässig sein möchte. Aber auch weil der Kunde das Bewusstsein, dass er den Glaspalast mitbezahlt, zwar verdrängt, aber immer in sich trägt.

Weniger ist manchmal mehr, lässig sowieso. Und Dinge neu zu definieren auch.

Mit Bildmaterial von Lynk & Co

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