Lynk & Co – mehr als nur eine neue Automarke

Es ist schon richtig: Niemand auf der Welt wartet auf eine neue Automarke. Auch auf Lynk & Co hat niemand gewartet, was CEO Alain Visser in seinem Beitrag auf Linkedin aufgreift. Aber Lynk & Co will mehr als nur eine weitere Automarke sein. Man ist sich sicher die Antworten auf die Fragen nach der Mobilität von morgen liefern zu können.

Lynk & Co - mehr als eine neue Automarke
Lynk 01 in Peking. Foto: Lynk & Co

Visser schreibt in seinem Beitrag über seinen Sohn. Der hat keine Lust auf ein Auto im herkömmlichen Sinn. Eigentum das verpflichtet, Werkstatt Termine, die Suche nach einem Parkplatz. Das alles scheint für den 18-jährigen ein Graus. Er gehört zur Gruppe der Millenials, die zufällig die anvisierten Kunden von Lynk & Co sind.

Und die neue Automarke, die mehr sein will, liefert Lösungen. Statt langfristiger Bindungen von Kapital oder Verpflichtungen über Jahre hinweg bietet die multinationale Volvo Tochter Lösungen nach Maß. Mobilität auf Zeit soll die Zauberformel sein. Ein Auto für einen Tag, eine Woche, einen Monat. Vielleicht auch ein Jahr. Diesen Monat gerne, im kommenden Monat vielleicht. Mal sehen… Ein Abonnement, das dem Kunden Zugriff auf maßgeschneiderte Mobilität jederzeit und überall ermöglichen kann. Das sind die Visionen von Lynk & Co, die gar nicht in eine ferne Zukunft schauen. Sie sind im Ansatz in China schon Realität, ab 2020 auch in ausgewählten Städten in Europa.

Neue Automarke als smarter Mobilitätsprovider

Smarte Mobilität, mehrere Nutzer teilen ein Fahrzeug. Kein Besitz mehr, sondern ein ultra-flexibles Abo-Modell. Das könnten in Zukunft weniger Fahrzeuge pro Kopf sein – und gleichzeitig eine intelligentere Auslastung pro Fahrzeug. Das kann nachhaltig sein. Eine Schonung von Ressourcen, und abseits von weniger Verpflichtung und belastenden Besitz im Ansatz eine Antwort auf die Fragen der Zukunft und den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt.

Der Autohersteller, der 100% Provider für Mobilität sein will, das ist eine Revolution. Lynk & Co tut sich damit leicht, denn die neue Automarke belasten keine alten Verpflichtungen. Kein lästiges Händlernetz mit Partnern, die skeptisch auf zu viel Wandel reagieren könnten. Es braucht keine Rücksichtnahmen, man darf es sich erlauben ungehindert an der digitalen Zukunft der Mobiltät zu bauen. Der Ansatz ist stimmig, vor allem für ein junges Publikum in urbanen Regionen.

Fragen bleiben trotzdem. So nachhaltig es sein mag Autos zu teilen, so stellt sich doch am Ende des Tages die Frage, was bei dem Abo-Modell nach 2 oder drei Jahren mit einem digitalen Fahrzeug geschehen wird. Wird es dann weiter vermarktet, oder wird es verwertet? Und wie nachhaltig wird das in der Endabrechnung sein? Lynk & Co wird da noch weitere Antworten liefern müssen.

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