Nachfolgeregelung bei Volvo Cars? Spekulation in Schweden

Die Nachfolge von Volvo Cars CEO Håkan Samuelsson beschäftigt Schweden. Samuelsson wird im kommenden Jahr 70, sein Vertrag läuft 2022 aus. Es mehren sich Anzeichen für einen Wechsel und es wird spekuliert, wer in Göteborg die Nachfolge antreten könnte. Dagens Industri (DI) nennt die möglichen Nachfolger.

Volvo S60 Produktion

Die Vorzeichen sprechen für eine interne Lösung. Heißester Kandidat ist der Electrolux CEO Jonas Samuelson, der Mitglied des Volvo Aufsichtsrats ist. Samuelson führt seit dem Jahr 2016 die Geschäfte bei Electrolux  und wäre mit Anfang 50 jung genug um Volvo Cars durch eine herausfordernde, neue Zeit zu führen.

Als weitere mögliche Nachfolger ist Polestar Vice Dennis Nobelius im Gespräch. Entscheidend für ihn dürfte ein gelungenes Krisenmanagement werden, denn der Start von Polestar läuft alles andere als rund. Auch Lex Kerssemakers, seit 2004 mit Unterbrechungen bei dem Hersteller, werden Chancen eingeräumt. Der gebürtige Niederländer kennt das Unternehmen gut und war schon auf verschiedensten Positionen und Märkten für den Autobauer tätig.

Volvo US Chef nach Göteborg?

Zwei weitere Namen sind laut DI ebenfalls im Rennen. US Chef Anders Gustafsson wird ebenso die Nachfolge zugetraut wie CEVT CEO Mats Fägerhag. Für Anders Gustafsson spricht die Performance, die Volvo auf dem Markt in Nordamerika zeigt. Mitten in der Corona Krise legt er enorme Wachstumszahlen vor, im September 2020 servierte er die besten Zahlen seit 16 Jahren.

Mit Mats Fägerhag könnte ein früherer Saab Entwicklungschef an die Spitze rücken. Ihm wurde schon zu Saab Zeiten einiges zugetraut. Fägerhag baute aus dem Nichts mit CEVT einen fähigen Dienstleister für Volvo und Geely auf. Die CMA Plattform wurde unter ihm entwickelt, er führt seit Jahren CEVT ohne Skandale und liefert ausgereifte Technik.

Im Hintergrund die Fusion mit Geely

Im Hintergrund stellt sich aber die Frage, was es zukünftig in Göteborg zu führen geben wird. Die Fusion mit Geely steht auf der Agenda und sie schwebt weiterhin wie eine dunkle Wolke über Volvo. Mit der Fusion verliert der Hersteller die rechtliche Eigenständigkeit, die er bisher als schwedische Aktiengesellschaft hat. Technische Entwicklungen verlagern sich jetzt schon in Richtung Geely und China. Ein zukünftiger Volvo Cars CEO hätte weder die Machtfülle noch die Freiheiten, wie sie Håkan Samuelsson genießt.

Er wäre ein Markenchef im Geely Konzern, ähnlich einem CEO bei Skoda oder Seat. Wie attraktiv dieser Posten sein wird, ist offen. Vieles hängt an den laufenden Verhandlungen, deren erste Ergebnisse noch in diesem Jahr vorgestellt werden sollen.

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