NEVS verpfändet Eigentum

SAAB Reborn Projekt - aus der Traum? ©nordicwheels.de
SAAB Reborn Projekt – aus der Traum? ©nordicwheels.de

Ist der Saab-Reborn Traum ausgeträumt? Investor NEVS schildert immer tiefer in die Krise, über dem südschwedischen Trollhättan ziehen dunkle, schwarze Wolken auf. Das Radio Schweden P6 meldet folgende, bedrohliche Entwicklung:

Der Automobilhersteller Nevs in Trollhättan hat mehrere Fahrzeuge und Immobilien verpfändet, um einen erneuten Kredit in Höhe von gut 7 Millionen Euro aufzunehmen.

Das konkursbedrohte Unternehmen versucht so, den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten. Die Gesamtschulden belaufen sich damit auf über 9 Millionen Euro.

Bereits seit Mitte Mai stehen bei Nevs, dem Nachfolger der traditionsreichen schwedischen Automarke Saab, die Bänder still. Die chinesische Stadt Qingdao war als Teileigentümer ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachgekommen. Deshalb konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Zulieferbetriebe nicht mehr bezahlen.

Die Situation wird immer auswegloser. Gespräche mit möglichen weiteren Investoren, die als weitere Aktionäre einsteigen könnten, ziehen sich in die Länge ohne bisher Ergebnisse zu bringen.

NEVS hat ausser einem fast fertigen Elektroauto, das im Frühjahr in Peking hätte Weltpremiere feiern sollen, wenig zu bieten. Selbst dieser Joker dürfte nicht mehr so richtig ziehen. Denn ausgerechnet gerade jetzt hat Elektro Pionier Tesla seine Patente zur Nutzung durch andere Hersteller freigegeben hat. Tesla ist der Benchmark in der Branche, NEVS hingegen ein Niemand.

Auf der Habenseite der chinesischen Investoren steht noch ausserdem die modulare Phoenix Plattform, deren Entwicklung schon vor Jahren von der Saab Automobile AB gestartet wurde. Strittig ist, ob die Plattform fertig entwickelt ist. NEVS fehlt ausserdem ein Händlernetz in Europa, ein wettbewerbsfähiges Produkt, und ein After-Sales Bereich.

Keine guten Voraussetzungen für den Einstieg weiterer Investoren. Was ziehen könnte, das ist der Name “Saab”, den NEVS nutzen darf. Ob das als Lockmittel für neue Aktionäre ausreicht?

/beitrag@lennart

/bild@nordicwheels

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