Plug-in-Hybrid und schwedisches Bonus System in der Kritik

Das schwedische Bonus-Malus-System, das den Verkauf umweltfreundlicher Fahrzeuge fördern soll, gerät immer mehr in die Kritik. Davon ist Volvo betroffen, denn der Hersteller profitierte überproportional von der letzten Änderung des Systems. In Schweden wird die Förderung zum Politikum. Und nicht alleine dort. Auch in Deutschland gerät Volvo in das Visier der Kritiker. Die Deutsche Umwelthilfe arbeitet sich an der schwedischen Marke ab.

Volvo XC90 Recharge Plug-in-Hybrid - im Visier der Kritik
Volvo XC90 Recharge Plug-in-Hybrid – im Visier der Kritik

Volvo ist im Visier der DUH

In Deutschland startet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Kampagne gegen Plug-in-Hybride. Der Verein vermutet eine besondere Klimaschädlichkeit von Plug-in-Hybriden und spricht von bis zu siebenfach erhöhten C02 Emissionen im Realbetrieb. Als Beispiele werden neben dem Mercedes A250e und Porsche Cayenne E-Hybrid der Volvo XC40 und der Volvo XC90 angeführt.

Außerdem bemängelt die DUH Verbrauchsangaben nach dem NEFZ-Verfahren. Hinter dem realitätsfernen Verfahren sieht die Organisation eine Täuschung der Verbraucher.  Und auch hier nimmt sie Volvo in das Visier.

Anschaulich wird dies am Beispiel des Volvo XC90 T8 Twin Engine, der laut NEFZ 52 g CO2/km emittiert. Das würde einer Steuerlast von 40 Euro entsprechen und der Kunde geht vermutlich davon aus, sogar ein klimafreundliches Fahrzeug zu kaufen. Der WLTP-Wert hingegen liegt bei 207 g CO2/km, weshalb den Halter ein tatsächlicher Steuerbescheid in Höhe von 264 Euro pro Jahr erwartet – die Erkenntnis, dass er ein extrem klimaschädliches Fahrzeug gekauft hat, kommt dann zu spät.

Nicht nur in Deutschland schießt man sich auf die Technik der Plug-in-Hybride ein. Auch in Schweden gibt es Kritik, wenn auch nicht ganz so konkret.

Die schwedische Förderung wurde unlängst von einem Grenzwert von 60 auf 70 Gramm C02 pro 100 Kilometer angehoben. Dahinter standen die Bedenken, dass zu wenige Kunden auf umweltfreundliche Fahrzeuge umsteigen könnten. Brisant an der Änderung ist ein Detail.

9 von 10 neu geförderten Modelle kommen von Volvo

Volvo Cars profitiert von der novellierten Regelung überproportional. Prompt avancierte der XC60 zu dem meistverkauften Umweltauto in Schweden. Ein Umstand, den das schwedische Fernsehen (SVT) jetzt aufgreift. Der Sender moniert das hohe Gewicht der SUV. Ein Volvo XC90 Hybrid wiegt mehr als 2,5 Tonnen, der XC 60 2,3. Schon aufgrund des Gewichts setzt die Sendung hinter der vermuteten Umweltfreundlichkeit ein Fragezeichen.

Schlimmer noch. Nach Recherche der Redaktion von SVT Nyheter ging die Förderung der Volvo Hybrid Modell zulasten von kleineren, sparsamen Autos. Deren Absatz, hier wird KIA genannt, sei seit Einführung der neuen Regelung gesunken.

Für Volvo ist das Steuerranking entscheidend für den Absatz in Schweden. Käufer von Umweltautos erhalten eine Förderung und zahlen eine geringere KFZ Steuer. Viele Firmen akzeptieren zudem nur noch Fahrzeuge mit Umweltbonus im Fuhrpark.

Mit Bildmaterial von Volvo Cars

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