Schwedischer Showdown – Volvo Cars vs. Bilia

Der Übernahme des Volvo Partners Upplands Motors durch Volvo Cars Schweden ging ein Machtkampf voraus. Das schreibt Dagens Industri (DI) und nennt Details. Das Geschehen steht exemplarisch die Herausforderungen, der sich Autohersteller stellen müssen, in einer Zeit in der alte Strukturen mehr und mehr ihre Gültigkeit verlieren.

Volvo HQ in Göteborg

Bilia wollte Upplands Motors übernehmen

Die Bilia Gruppe gehört zu den großen skandinavischen Akteuren. Über Investment AB Öresund steuert Mats Qviberg die Autohaus-Gruppe. Zum Portfolio gehören Volvo, Renault, Dacia, Toyota, BMW und Mini. Auch in Deutschland ist Bilia aktiv und unterhält mehrere Betriebe.

In Schweden ist Bilia für 30 % des Volvo Neuwagen Verkaufs verantwortlich. Mit der Übernahme von Upplands Motors und den 9 Standorten hätte Mats Qviberg den Anteil weiter steigern können. Das war zu viel Marktmacht für Volvo Cars. Der Hersteller untersagte die Übernahme über die europäische Gruppenfreistellungsverordnung und stieg selbst ein.

Überraschend für Bilia

Per Avander, Geschäftsführer von Bilia, gibt sich in einem weiteren Interview mit DI überrascht. Gleichzeitig aber entspannt, denn es werde für den größten Volvo Händler Schwedens keine Änderung der Umstände geben. Er warnt aber auch, denn Volvo schieße sich mit der Übernahme “in den eigenen Fuß”.

Umgerechnet 48 bis 58 Millionen € schätzt Mats Qviberg gegenüber DI, hat sich Volvo die Einkaufstour mit Upplands Motors kosten lassen. Kein wirkliches Sonderangebot. Der schwedische Showdown zeigt, wie schwierig es für einen Hersteller, ist die Balance zwischen mächtigen Handelsgruppen und einem sich ändernden Umfeld zu halten.

Internationale Gruppen wie Bilia, deren Wirkungskreis schon längst über die skandinavischen Grenzen hinaus geht, haben eine immer größere Macht. Sie sind Partner auf Augenhöhe, und für Hersteller schwieriger zu steuern als mittelständische Betriebe, deren Zeit abzulaufen scheint.

Auf der anderen Seite drängt der Vertrieb über das Internet. In der eigenen Familie, der Geely Gruppe, stellen die jungen Wilden wie Polestar und Lynk & Co die traditionellen Strukturen komplett infrage. Ohne Frage eine Situation, in der es für Volvo eine Herausforderung ist die Balance zu halten.

Mit Bildmaterial von Volvo Cars

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