Schwedisches Leckerli aus Rentnerhand – Volvo 850 T5

Das wachsende Interesse am Volvo 850, das die Autopresse Mitte der 1980er Jahre feststellte, lag an zwei Faktoren. Am Volvo 850 T5, dessen mit dem Modelljahr 84 neu erschienener Motor ein wahres Leckerli war. Und daran, dass der 850 Kombi besser durchdacht war als die meisten Fahrzeuge der Konkurrenz.

Volvo 850 T5 1995
Volvo 850 T5 1995

Die T5 Motorisierung war so etwas wie eine Offenbarung. Der 2,3 Liter mit einem kleinen, rasch ansprechenden Turbolader machte einfach Spaß. 225 PS lieferten so richtig Dampf und definierten den 850 neu. Die alten GLE und GLT Saugmotoren mit 140 und 170 PS hatten dem nichts entgegenzusetzen. Sie hatte zwar den schönen Klang der Fünfzylinder, im direkten Vergleich aber waren sie freudlos und liefen rau.

In Göteborg hatten sie das natürlich erkannt und ließen sich die nette T5 Motorisierung königlich bezahlen. Rund 10.000 DM musste man zusätzlich zu den nicht wirklich günstigen Preisen auf das Konto des netten Volvo Händlers überweisen. Und das war damals schon eine Menge Geld.

Um fair zu bleiben – für viel Geld bekam man auch ein clever gemachtes Auto. Der 850 konnte, was andere Autos noch nicht konnten. Der in die Mittelarmlehne der asymmetrisch geteilten Rücksitzbank integrierte Kindersitz war eine Volvo Spezialität. Das variable Sicherungsnetz und der Gepäckraumrollo war keine Selbstverständlichkeit und kostete, wie die aus dem Laderaumboden heraus schwenkbare Kindersitzbank, Aufpreis.

Als weiteres cleveres Detail war der Beifahrersitz komplett umlegbar und ergab eine Ladefläche für sehr lange Gegenstände. Die Beliebtheit des Volvo 850 war hoch, auch als Gebrauchtwagen. Heute ist sie es wieder, denn der Volvo ist auf dem Weg zum Klassiker.

Volvo 850 T5

Ein bemerkenswertes Exemplar aus Rentnerhand könnte die Lust auf einen Volvo 850 T5 befriedigen. Es hat extrem wenige Kilometer, der Tachometer meldet nur 54.900. Bis 2018 war der Volvo im Besitz eines älteren Ehepaars, dann kaufte ein Sammler den 850, den er jetzt weiterverkaufen möchte.

Die Ausstattung ist gediegen, aber nicht üppig. Ein starker Motor und ein Automatikgetriebe, aber keine Lederausstattung. Auch die Klimatisierung fehlt, was aber nicht davon ablenken sollte, dass hier ein Leckerli mit einem gewissen Potenzial an Spaß auf einen neuen Besitzer wartet. Die Karosserie ist in einem guten Zustand, Rost sollte kein Thema sein, aber leichtere Spuren des Gebrauchs sind zu erkennen.

Tatsächlich ist dem Händler, der das schwedische Leckerli anbietet, und der sich auf automobilen Goldstaub spezialisiert hat, klar was er da hat. Fast 20.000 € sind kein Sonderpreis. Das erinnert fast schon wieder an die 1980er Jahre, als die Schweden Preislisten mit heftigen Preisen druckten.

Mit Bildmaterial von Seitz Automobile GbR

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