Volvo 165

Volvo 165  ©2014 nordicwheels.de
Volvo 165 ©2014 nordicwheels.de

Die AutoBild portraitiert gerade Menschen, die äußerst seltene Autos fahren, meistens sogar Einzelstücke. Im aktuellen Heft (25/2014) werden Fredrik Nyblad und sein Volvo 165 vorgestellt. Fredrik Nyblad ist Redakteur der schwedischen Zeitschrift Klassiker – Autos & Motorräder 1945-1989.

Er wollte im Verlagsarchiv Unterlagen für eine Käuferberatung zum Volvo 164 heraussuchen. Er wurde fündig und ist nebenbei auch noch an ein Einzelstück geraten, das es eigentlich gar nicht gibt, nämlich an einen Volvo 165.

Um das Zahlenspiel zu verstehen, muss man wissen, dass bei Volvo lange Zeit die 5 am Ende der Modellbezeichnung für einen Kombi stand. Den gab es – als Vierzylinder und mit der Typenbezeichnung 145. Der luxuriöse Sechszylinder blieb der Limousine vorbehalten. Vielleicht war die Zeit – Anfang –er 1970er Jahre – noch nicht reif für einen Kombi im automobilen Oberhaus. Volvos Unternehmensleitung befürchtete jedenfalls, dass sich ein 165er negativ auf das Prestige des 164er auswirken könnte.

Weitab vom Schuss, genauer gesagt, auf der anderen Seite des Erdballs, hielt sich das Göteborger Werk aber ein Hintertürchen offen. Die Schweden ließen im australischen Montagewerk in Clayton im Bundesstaat Victoria im Frühjahr 1972 einen 165er bauen. In dem Werk montierte auch Nissan Autos, und der Volvo wurde in einem Nissan-orange lackiert.

Inzwischen war Sture Levin ins Bild gekommen. Er war als Ingenieur bei Volvo seinerzeit für Sonderanfertigungen zuständig. Ihm gefiel der australische Volvo 165. Und weil er gerne ein ausgefallenes Auto fahren wollte, ließ er sich von Yngve Nilssons Karosserifabrik im westschwedischen Laholm einen 165er bauen. Dafür kaufte er zunächst einen grünen Volvo 164 und dazu einen 145 mit Transportschaden. Ehefrau Gunnel segnete die Einkäufe ab, denn Sture verließ gerade Volvo, um beim Textilunternehmen von Gunnels Familie einzusteigen. Der Volvo 165 sollte sein Dienstwagen werden.

Nach vielen gemeinsamen Kilometern verkaufte Sture den Luxuskombi. Jahre später fand Fredrik Nyblad das Unikat. Er konnte es im zweiten Versuch kaufen und ließ es restaurieren. Eine der ersten Reisen führte dann von Stockholm nach Onsala. Sture Levin fuhr dann sein altes Prachtstück wieder, hätte es auch gerne zurückgekauft. Es war für ihn eine Zeitreise. Ein Eindruck, denn ich gut nachvollziehen kann, weil ich mit dem Volvo 165 selber in Stockholm unterwegs war und eben diese Zeitreise genossen habe.

/beitrag@richard

/bilder@nordicwheels

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