Volvo Marktanteil auf 2 % Kurs

Weltweit gesehen, läuft es für Volvo gut. In China fahren die Schweden Absatzrekorde ein, in der skandinavischen Heimat hat man erfolgreich Positionen verteidigt. Hier in Deutschland ist die Situation etwas weniger erfolgreich. Das Jahr 2013 war kein gutes Jahr für Volvo Deutschland, nur 27.517 Fahrzeuge wurden verkauft. Aber, das ist die positive Nachricht, das Wikingerschiff steuert wieder auf Kurs und die Verkäufe ziehen an.

500.000 Volvo XC60 ausgeliefert.
Volvo XC60

Unsere Zielsetzung sind zwei Prozent Marktanteil in Deutschland bis 2020. Damit leisten wir den erforderlichen Beitrag zum Wachstum des gesamten Unternehmens auf ein Volumen von 800.000 Fahrzeugen weltweit”  (Volvo Deutschland Geschäftsführer Thomas Bauch zur Automobilwoche)

Ein Plus von 6.3% im ersten Halbjahr gibt Hoffnung für den deutschen Markt, der bei einem Prozent Marktanteil verharrt. Volvo Deutschland Chef Thomas Bauch ist für die kommenden Jahre optimistisch, erwartet eine Verdoppelung des Marktanteils auf 2 % bis 2020. Das etwas größere Stück vom Kuchen soll eine in den nächsten Jahren fast komplett erneuerte Modellpalette sicherstellen. So werden alle Modellreihen, abgesehen vom Volvo V40, in den kommenden 6 Jahren durch Neuentwicklungen ersetzt werden. Den Anfang der Offensive macht der neue V0lvo XC90, der im August offiziell vorgestellt wird.

Ein wichtiger Grundstein für den Erfolg ist ein motiviertes, erfolgreiches Händlernetz. Volvo Deutschland hat den Händlern neue, unbefristete Verträge angeboten. Die Zustimmung soll hoch sein, 85 % der Volvo Partner haben bereits unterzeichnet sagt man in Köln. Wenn es so ist, dann klingt es gut. Die Serviceprozesse sollen verbessert werden, die Belieferung der Händler mit Ersatzteilen durch ein Distributionscenter soll in Zukunft drei Mal täglich erfolgen. Für den Kunden könnte damit eine kürzere Wartezeit und mehr Zufriedenheit im Werkstattgeschäft erreicht werden.

Das alles ist Basisarbeit, der Erfolg hängt auch an der kommenden Modellpalette. Alles, was Volvo in Zukunft auf den Markt wirft, ist in Eigenregie der Göteborger Entwickler entstanden. Der Volvo V40 war die letzte Konzeption aus der Ehe mit Ford, ab sofort muss jeder Schuss sitzen. Liegen die Schweden richtig, ist alles gut. Liegen sie falsch, hat die Marke ein Problem. Aber, und ich denke das ist wichtiger, die Schlacht um kommende Marktanteile läuft bereits heute. Und die muss Volvo jetzt gewinnen.

Es gibt eine Vielzahl von Baustellen, die bei Volvo offen sind. Nur ein kurzes Beispiel aus meinem Umfeld. Mit günstigen Leasingraten fahren Kunden Volvo, die vorher nichts mit der Marke zu tun hatten. In meinem Freundeskreis sind drei Volvo XC60 unterwegs. Alles Eroberungskäufe, also Glückwunsch nach Köln. Oder auch nicht. Begeistert vom Fahrzeug ist die Frau eines Freundes. Nicht weil es ein Volvo ist, sondern weil sie vom Kombi einer anderen Marke auf ein SUV mit besserem Rundumblick aufgestiegen ist. Wahlweise könnte auch ein anderes Markenzeichen auf der Haube kleben, es wäre ihr egal.

Die beiden anderen Neu-Volvo-Fahrer sind, na ja, nicht unzufrieden. Sie finden den XC60 gut, aber beliebig. Der eine kommt von Saab, vermisst die Marke. Der andere von BMW. Vermisst die Marke. Was ihnen fehlt, das ist das Volvo-spezifische, eine Besonderheit. Saab hat es, das besondere Flair, baut aber (im Moment) keine Autos mehr. BMW hat es auch, das starke Charisma. Bei Volvo schwächelt es. Momentan.

Bis 2020 sind es noch 6 Jahre. Dazwischen steht mindestens ein Fahrzeugwechsel, wenn wir von drei Jahren Leasingdauer ausgehen. Die Herausforderung für Volvo wird sein, die Neukunden zu halten. Nicht nur durch gute Leasingraten. Sondern durch wachsende Begeisterung für die Marke, durch Emotionen. Sonst ist der momentane Erfolg ein Strohfeuer und der Volvo Marktanteil von 2 % im Jahr 2020 auf dem deutschen Markt wird ein Traum bleiben.

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