Volvo und das Wachstumsproblem

Die ehrgeizigen Volvo Pläne fordern ihren Tribut. Schnelle Entwicklung, rasches Hochfahren der Produktion, die stetige Steigerung der Stückzahlen. Das alles hinterlässt zwischenzeitlich klare Spuren. Und sie könnten das Premium Image des Herstellers ernstlich beschädigen.

Detail: Volvo XC90. Bild: Volvo Cars
Detail: Volvo XC90. Bild: Volvo Cars

Consumer Reports 2017 stufte Volvo als “weniger empfehlenswert” ein. Nach einem schlechten Ranking im Jahr zuvor war es der zweite Rückschlag in Folge. Der neue J.D. Power Report sieht das ähnlich. Er bewertet den Umgang von Händlern mit ihren Kunden vor und nach dem Kauf. Gute Beratung, die Kommunikation, Hilfestellung und der Auftritt des Händlers spielen eine Rolle, nicht aber die Qualität der Fahrzeuge.

Volvo vor Acura

Für Volvo ist das Abschneiden eine Enttäuschung. Nach dem vorletzten Platz im Jahr 2015, hatte man mit der Einführung des neuen XC90 auf eine merkliche Verbesserung gehofft. Vergebens. Auch im neuen Report ist Volvo auf dem vorletzten Platz zu finden. Vor Acura, und unter dem Durchschnitt aller untersuchten Premium Marken.

J.D. Power Report 2016
J.D. Power Report 2016

Unangenehmer noch, bereits im Sommer hatte J.D Powers eine Studie über die Qualität der Fahrzeuge veröffentlicht. 33 Marken wurden untersucht, Volvo landete auf Rang 31 vor Fiat. Im Rating wird Volvo jetzt als “weniger zuverlässig” eingestuft.

Wachtumsproblem = Qualitätsproblem

In Göteborg kennt man die Probleme und hat im Sommer Konsequenzen daraus gezogen. Bei Produktion und Qualität wurden Verantwortlichkeiten neu verteilt. Ausserdem: Reports sind immer ein Blick zurück in die Vergangenheit. Für die Zukunft sagen sie nichts.

Qualität scheint bei Volvo aber ein akutes Problem zu sein. Nicht nur in Nordamerika. Die schwedische Auto-Motor-Sport veröffentlicht eine Gebrauchtwagen Bewertung des Volvo XC90 in ihrer neuesten Ausgabe. Und sie berichtet vorab, dass mehr als 60% der befragten Volvo XC90 Besitzer bereits ein- oder mehrmals auf Garantieleistungen zurück greifen mussten.

7 Gedanken zu „Volvo und das Wachstumsproblem

  • 14. November 2016 um 11:27
    Permalink

    Man kann eigentlich nur hoffen, das VOLVO daraus lernt. Wäre nicht das erste Mal, dass ein tolles Produkt in der Anlaufphase ruiniert wird und es wäre echt schade wenn es denn so wäre!

    Antwort
    • 14. November 2016 um 12:41
      Permalink

      Also weiter den 14 Jahre alten V70 fahren

      Antwort
  • 14. November 2016 um 13:42
    Permalink

    Dabei hat Volvo, zumindest verbal, die Messlatte selbst sehr hoch gesteckt.

    Antwort
  • 14. November 2016 um 13:50
    Permalink

    Der 2016-ner XC90 ist mittlerweile mein 9. Volvo,
    der mir jetzt den 1. Rückruf in meiner 42-jährigen Volvo-Historie beschert.

    So gesehen ist das doch ein sehr guter Schnitt, aber schauen wir mal, was die Volvo-Qualität noch weiter zulässt ?

    Das ich aber meinen neuen XC90 im Mai mit gebrauchten Conti-Reifen übernehmen musste,
    hat Volvo nach 3 Monaten Ignoranz + Arroganz mit Probefahrten im Werk begründet.

    Conti gibt 7 mm Neu-Profiltiefe an, der TÜV Nord misst kurz nach Zulassung nur noch exakt 4 x 6,5 mm.
    Die Probefahrten sollen also bereits 0,5 mm abgenutzt haben, klingt nicht viel, sind aber immer hin doch 7%.
    In der Abwicklung dieser Beanstandung verdienen der Händler sowie auch die Volvo-Kundenbetreuung
    die Note Ungenügend.

    Auch der Geschäftsführer Volvo Car Germany Thomas Bauch verdient hier die Note 6.
    Zweimal persönlich per Einschreiben mit Rückschein angeschrieben, kam von ihm nie eine Antwort.

    Es kam nach 3 Monaten lediglich ein Ortstermin beim Händler mit dem Volvo-Distrikleiter zustande,
    der mir die genannten Probefahrten bestätigte,
    aber auch eine Beleidigung des Kunden durch den Händler zur Folge hatte.
    Die erwartete Entschuldigung blieb bis heute aus.

    Mein Fazit:

    Wird der 10. “Volvo” wieder ein Schwede ?
    Nach dem Erlebten eher nicht !

    Wie sagt man doch: Andere Mütter haben auch schöne Töchter.

    Antwort
  • 14. November 2016 um 13:56
    Permalink

    Was sollte Volvo daraus lernen? Qualitätsprobleme in Nordamerika, also Fahrzeuge die für den amerikanischen Markt in China gebaut wurden!!! Sollte da nicht überdacht werden den S90 vielleicht doch in Schweden zu bauen?

    Antwort
    • 14. November 2016 um 15:54
      Permalink

      Volvo wird schon daraus gelernt haben, zumindest gab es die Reaktionen in Göteborg. 2017 wird man die Resultate sehen. Die globale Produktionsstrategie steht aber, ich vermute da wird sich nichts ändern.

      Antwort
  • Pingback:XC90 kaufen ja / nein : Volvo XC90 II, S90 II & V90 II

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen