Volvo ändert globale Produktionsstrategie

Eine nicht unerhebliche Veränderung der globalen Produktionsstrategie hat Volvo Cars beschlossen. Im Hinblick auf den schwelenden Handelsstreit zwischen China und den USA verändern die Schweden ihre Produktionsplanung. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Volvo verändert die globale Produktionsstrategie
Volvo Produktion in South Carolina. Foto: Volvo

Der fortwährende Handelsstreit und die Strafzölle belasteten schon bei den letzten Quartalszahlen die Ertragslage des schwedischen Herstellers. Volvo zieht nun daraus Konsequenzen und verändert den internationalen Produktionsmix. Erstes Ergebnis: Den geplanten Export des neuen Volvo S60 aus dem Werk in South Carolina nach China wird es nicht geben. Die Volvo Limousine wird nur in Nordamerika hergestellt, sie sollte von dort aus weltweit exportiert werden. Die Markteinführung des S60 in Europa wird durch die Veränderung nicht berührt.

Globale Produktionsstrategie: Kein China XC60 für die USA

Volvo stoppt ausserdem den Import des XC60 aus chinesischer Produktion komplett. Ursprünglich war vorgesehen nur in China hergestellte XC60 in den USA verkaufen. Zwischenzeitlich holte Volvo einen Teil der Produktion nach Europa zurück und beliefert von dort aus auch den US-Markt. Den Import der ebenfalls nur in China hergestellten großen S90 Limousine will der Hersteller dramatisch reduzieren.

Volvo zieht damit die Konsequenz aus den stark gestiegenen Strafzöllen. Autos aus China Produktion müssen in den USA einen Zoll von 27,5% zahlen. Im Gegenzug hat China einen Strafzoll von 40% auf Fahrzeuge aus US Produktion verhängt. Im Jahr 2017 kamen 16% aller in den USA verkauften Volvos aus einer chinesischen Fabrik.

Der Handelsstreit trifft Volvo zu keinem guten Zeitpunkt. Die Zölle gefährden die Wachstumsstrategie und vernichten einen Großteil des möglichen Gewinns. Besonders hart ist das neue US-Werk getroffen. Dort hat der Hersteller 3.900 Beschäftigte, der S60 ist das einzigste Produkt. Der Verzicht auf den Markt in China trifft das Werk, weil es zeitnah kein alternatives Modell für die Produktion geben wird. Als zusätzliches Produkt könnte erst die Nachfolge-Generation des XC90 für weitere Auslastung sorgen. Bis diese an den Start geht werden aber noch einige Jahre vergehen.

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