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Volvo XC90 Crashtest Verfahren

Volvo Sicherheitsexperte Anders Axelson ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man in den unwahrscheinlichsten Situationen plötzlich auf die brillantesten Ideen kommen kann. Ein Besuch im Legoland mit seinen Zwillingstöchtern im Jahr 2007 inspirierte Axelson dazu, ein wirkungsvolles Testverfahren für einen besseren Insassenschutz bei Unfällen durch Abkommen von der Straße zu entwickeln.

Volvo XC90 Crashtest. Bild: Volvo Cars.
Volvo XC90 Crashtest. Bild: Volvo Cars.

Anders Axelson beschäftigt sich seit 2006 mit diesen Unfallszenarien. Damals intensivierte Volvo die Entwicklung von Techniken, die Fahrzeugpassagiere in diesen häufigen und komplexen Unfalltypen schützen sollen. Auf der Grundlage realer Unfalldaten entwickelte das Team um Axelson drei Crashtest-Verfahren namens „Graben“, „Durch die Luft“ und „Unwegsames Gelände“, um die Folgen verschiedener Unfallszenarien beim Abkommen von der Straße zu analysieren. Das Team wertete zahlreiche Filmaufnahmen dieser Tests aus und erkannte, wie wichtig es ist, dass die Passagiere bei einem solchen Unfall möglichst fest in ihrer aufrechten Sitzposition gehalten werden.

Die Suche nach einem Testverfahren

„Die Ingenieure entwickelten vielversprechende Lösungen, um die Insassen in ihren Sitzpositionen halten zu können. Aber Crashtests mit kompletten Fahrzeugen in diesen speziellen Unfallszenarien sind eine zeitaufwendige und teure Angelegenheit. Daher brauchten wir eine schnellere und günstigere Lösung“, erinnert sich Axelson.

Die rettende Idee kam beim Familienausflug ins Legoland in Dänemark. „Ich beobachtete die Menschen, die bei der Fahrt mit dem ‚Robocoaster‘ in alle Richtungen geschleudert wurden. Da wurde mir plötzlich klar, dass diese schnellen und unberechenbaren Bewegungen jenen gewaltigen Kräften ähneln, denen Passagiere bei einem Unfall durch Abkommen von der Fahrbahn ausgesetzt sind“, erinnert sich Anders Axelson.

Die Zwillinge des Entwicklers waren damals noch zu klein für den „Robocoaster“, einem zum Fahrgeschäft umgebauten Industrieroboter, aber während Anders Axelson die anderen Kinder beobachtete, wie sie von dem Roboterarm durchgeschüttelt wurden, wurde ihm klar, dass in dieser Vergnügungsfahrt noch mehr Potenzial steckte. Zurück im Büro begann er mit der Suche nach einem ähnlichen Roboter. Dieser sollte so programmiert werden, dass er exakt die Bewegungsmuster ausführte, die Volvo bei den Fahrzeug-Crashtests aufgenommen hatte.

Einzigartiger Prüfstand

„ABB als Hersteller von Industrierobotern hatte die Technik und das Wissen, das man für die Programmierung einer Maschine benötigt, die einen Autositz höchst präzise in scheinbar zufälliger Weise bewegen soll. Es hat großartig geklappt“, sagt Anders Axelson.

Die Anlage besteht aus einem Fahrzeugsitz und einem Rückhaltesystem, die auf dem mehrachsigen Industrieroboter montiert sind. Dieser mit einem Crash Test Dummy zusammen verwendete Roboter kann so programmiert werden, dass er die Bewegungen der Passagiere in den entscheidenden Phasen des Unfalls simuliert.

Im Rahmen der Entwicklung des neuen Volvo XC90 und weiterer kommender Modelle auf der neuen skalierbaren Produkt-Architektur (SPA) des Unternehmens hat Volvo seinen eigenen „Robocoaster“ eingesetzt. Er half dabei, genau die richtige Kombination aus Gurtgeometrie, Gurtstraffung und Sitzdesign zu finden, die die Passagiere in einem solchen komplexen Unfallszenario sicher in den Sitzen hält.

Weltweit erste Sicherheitslösung für Unfälle durch Abkommen von der Fahrbahn

Das Ergebnis ist eine Weltneuheit: Die Run off Road Protection verfügt über eine extrem schnelle elektrische Gurtstraffung und eine einzigartige Energieabsorption in den Sitzen. Diese federt die vertikalen Kräfte ab, die bei einer harten Landung des Fahrzeugs im Gelände entstehen.

„Das wertvollste Ergebnis aus den ‚Robocoaster‘-Tests ist wahrscheinlich die Erkenntnis, wie gut die Gurtstraffung in Verbindung mit dem verbesserten Seitenhalt in unserer neuen Sitzgeneration funktioniert“, so Anders Axelson abschließend – der sich übrigens im Legoland nie selbst in den „Robocoaster“ gesetzt hat. „Auf keinen Fall, davon wird mir immer schlecht“, lacht er.

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