Citroën Klassiker

Reifegrad – Test des Citroën GSX 2 (1977)

Seit September 1970 ist das französische Automobil-Unternehmen Citroën in der unteren Mittelklasse durch den GS vertreten. Äußerlich wurde der extravagant konzipierte Fronttriebler, der sich auf dem deutschen Markt gut durchsetzen konnte und von dem Citroën 1976 beispielsweise 15 351 Exemplare absetzte, in den vergangenen knapp sieben Jahren nur geringfügig retuschiert.

Unter dem Blech – vor allem im Motor- und im Innenraum – führten die Franzosen jedoch im Rahmen der Modellpflege deutlichere Änderungen durch. Außerdem wurde die Angebots-Palette durch neue Modelle (GSX, GS Special) erweitert.

Mit einer Leistung von 63 PS rundet der GSX 2 die Citroën GS-Reihe nach oben ab
Mit einer Leistung von 63 PS rundet der GSX 2 die Citroën GS-Reihe nach oben ab

Reifegrad-Test des Citroën GSX 2 (1977)

Ob die GS-Modelle heute ausgereift sind, untersucht auto motor und Sport an dem im Herbst 1974 präsentierten Citroën GSX 2. Der letztmals im Herbst 1976 geringfügig modifiziert wurde und der über den stärksten Motor in der breit gefächerten GS-Reihe verfügt.

Mit einer Leistung von 63 PS rundet der GSX 2 die Citroën-GS‑Reihe nach oben ab. Vom Komfort her ragt der GS dank der von Citroën seit mehr als 25 Jahren verwendeten hydropneumatischen Federung mit automatischem Niveauausgleich weit über den Klassendurchschnitt hinaus. Dieses Federungssystem bereitet im Alltagsbetrieb keinen Ärger und hat sich als robust und anspruchslos erwiesen.

Neben außergewöhnlichem Komfort zeichnen sich die ausschließlich viertürig lieferbaren GS-Modelle durch einen geräumigen Innenraum aus. Positiv zu registrieren ist, dass Citroën die bisherigen, speziell im Sommer sehr lästigen Kunststoffsitze des GSX 2, jetzt mit einem Jersey-Bezug liefert.

Übersichtlich: Rundinstrumente mit großen Ziffern
Übersichtlich: Rundinstrumente mit großen Ziffern

Einem umfangreichen Reifeprozess wurde außerdem das Armaturenbrett der GSX-Modelle unterzogen. Bei diesen Exemplaren hat Citroën seit der Vorstellung anstelle des in den GS-Modellen installierten Lupentachos und des fächerförmigen Drehzahlmessers Rundinstrumente verwendet. Sie
wurden im Herbst 1976 nochmals übersichtlicher gestaltet und besitzen jetzt auffallend große Ziffern am Rand.

Praktisch ist außerdem die Platzierung des Radios zwischen den Vordersitzen, die dem angeschnallten Fahrer die Wahl des Senders erleichtert. An Motoren stehen drei Versionen mit 54 PS, 58 PS und 63 PS zur Auswahl. Die ersten Modelle hatten ihren Besitzern durch schlechtes Kaltlaufverhalten und Startunwilligkeit häufig Ärger bereitet.

Seitdem Citroën andere Vergaser verwendet, bei denen die Gemischvorwärmung durch den Auspuff erfolgt, lassen sich die luftgekühlten Boxermotoren problemloser starten.

Citroën GSX 2, technische Daten (1977)
Citroën GSX 2, technische Daten (1977)

Das GSX 2 Modell rangiert am Ende der Beliebtheitsskala

Im Vergleich mit der Konkurrenz zeigt sich, dass der GSX 2 mit seinem 1,2 Liter 63 PS (46 kW) nicht zu den Schnellsten in seiner Klasse gehört. Denn er bringt relativ viel Gewicht auf die Waage. Während der 930 Kilogramm schwere GSX 2 beispielsweise in 16,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt, schafft dies der 185 Kilogramm leichtere 60‑PS-VW Derby in 13,7 Sekunden.

Auch zählt der GSX 2 mit einer Zeit von 26,7 Sekunden für die Beschleunigung von 60 auf 120 km/h (im großen Gang) mehr zum Durchschnitt als zur Spitzengruppe seiner Klasse.

Doch scheint fehlendes Temperament potenzielle GS-Kunden am wenigsten zu stören. In der Hierarchie der GS-Modelle rangiert das leistungsstärkste GSX 2 Modell am Schluss der Beliebtheitsskala. Es wurde nur von knapp acht Prozent aller GS-Kunden bestellt.

Eindeutig favorisiert sind das 54 PS leistende Basismodell GS Special mit einem Anteil von 22,5 Prozent. Darauf folgt der 58 PS starke GS Club mit 23,0 Prozent Anteil.


Quelle: Auto Motor Sport, Heft 13/1977

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