Citroën und die DS werben 1964 für Sicherheit
Wir schreiben das Jahr 1964. Bei Citroën im Rheinland macht man sich Gedanken über die Sicherheit und beschließt, eine Anzeige zu schalten. Für die DS und die ID 19 und als Werbemotiv dient ein spielendes Kind. Kinder und Werbung, das passt immer, denn es weckt Emotionen und Sympathien.
Womit wir uns schnell in die Gegenwart zurückfinden sollten.
Denn das mit dem Sympathieträger Kind hat bis heute Bestand. Alles andere aber nicht, und so bemerkt man, dass 1964 doch sehr lange her ist. Denn der Hersteller platziert ein Kind, welches mit Bauklötzen spielt, in eine DS. Die befindet sich in voller Fahrt, und während der Nachwuchs auf der Rücksitzbank vor sich hinspielt, finden das die Werbeschaffenden toll.

Citroën und die DS werben 1964 für Sicherheit
Natürlich, eine DS (wir halten es bei der Formulierung mit den Franzosen, welche hier ein weibliches Geschlecht vermuten) gleitet über die Straße wie der sprichwörtlich fliegende Teppich. In den 60er Jahren muss dieses Gefühl noch viel ausgeprägter gewesen sein, als man es heute wahrnimmt im Zeitalter von elektronisch geregelten Fahrwerken.
Die Bausteine auf der Heckablage werden nicht umfallen, das Kind kann in Ruhe spielen, aber allein der Anblick ist heute nicht mehr diskussionsfähig. Der Sicherheitsgurt ist damals ebensowenig Allgemeingut wie das Sicherheitsdenken, nur ein paar Amerikaner und Schweden arbeiten sich an dem Thema ab. Im Fall einer Vollbremsung wird selbst die famose Hydropneumatik nichts nützen.
Den Knirps wird es nach vorn schleudern. Im schlimmsten Fall durch die Frontscheibe nach draußen.

Citroën-Sicherheit – man kann die 60er Jahre überleben
Aber daran denkt man damals nicht. Unter dem Logo von „Citroën Sicherheit“ bewirbt man die DS und ID 19 und spricht über die Bodenhaftung und die weltberühmte Hydropneumatik.
Der Fahrkomfort ist sicher und umhegend, etwas Poesie scheint beim Texter im Spiel gewesen zu sein. Die 60er Jahre sind für Citroën Kunden keine schlechten. Die Marke verkauft auch in Deutschland ihre schwebende Ausnahmeinnovation recht gut. Tatsächlich kann man damals auch ohne Sicherheitsgurt auf den roten Rücksitzen einer DS überleben, meine Existenz ist der beste Beweis dafür.
Allerdings bleibt beim Betrachten der Anzeige ein ungutes Gefühl, denn die Zeiten haben sich grundlegend geändert. Ohne Gurt geht nichts mehr, was gut ist. Und das kindliche Spiel mit den Bausteinen und Klötzen ist längst abgelöst durch Smartphone und iPad. Was eventuell kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt für die kindliche Entwicklung und seine Fantasie sein kann.
