Alfa Romeo Werbung war Kunst und Werbetexter Optimisten
Zurück in das Jahr 1970. Die Alfa Romeo Giulia GT ist schon seit einer Ewigkeit auf dem Markt. Genauer gesagt seit 1963, als sie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. An ihrer Faszination hat sie nichts verloren. Sie wird noch weiter durchhalten und wird zum begehrenswerten Klassiker reifen (Link), den man als Neuwagen ab Fabrik bestellen kann.
Autowerbung hat zum Beginn der 1970er Jahre bereits den Vierfarbdruck entdeckt, aber Alfa Romeo hält weiter an einer schwarz/weißen Gestaltung fest. Das, was man dem deutschen Publikum präsentiert, hat vielleicht gerade deshalb bis heute einen gewissen ästhetischen Wert behalten.

Alfa Romeo Werbung war Kunst und Werbetexter Optimisten
Denn Alfa Romeo versteht die Kunst der Reduktion. Viel Schwarz, ein weißer Rahmen und in der Mitte ein Text. Der ist kurz, prägnant und dann war da noch die Giulia GT. Eigentlich sollte sie im Rampenlicht stehen, aber es reicht nur für ein kleines Fenster in der Anzeige. Das zeigt den GT, unscharf und in Fahrt und natürlich nicht in Farbe.
Großformatig gedruckt wäre die Werbung heute Kunst und vielleicht kommt irgendwann jemand bei der deutschen Alfa Vetretung auf die Idee und holt die alte Werbung hervor und legt sie für Enthusiasten neu auf.

Während die Kunstvermutung begründet ist, scheinen die Werbetexter ausgesprochene Optimisten gewesen zu sein. Ein Alfa kostet Geld und keine Nerven. Das steht im krassen Widerspruch zu den Leserbriefen dieser Jahre, die in den einschlägigen Fachzeitschriften abgedruckt sind. Autos sind damals weit von großer Zuverlässigkeit entfernt und ein Alfa Romeo ist es im besonderen Umfang.
Der Qualitätsanspruch mag vorhanden gewesen sein, allein es fehlt an der Umsetzung. Das ist woanders vielleicht etwas besser, bei BMW, dem Lieblingsrivalen, zum Beispiel. Aber Alfa Kunden wissen das und schätzen trotzdem die Faszination der Marke. Denn wer wählt ein vernünftigeres Auto, wenn er eine Giulia GT fahren kann?
