Citroën Klassiker

Mit der Citroën GS kostet die Revolution nur 1 600 DM

Vermutlich waren 1971 die Zeiten anders. Citroën bringt die neue GS nach Deutschland. Nennt sie Revolution und hängt ein Preisschild daran. Nur 1 600 DM kostet es, ein Revolutionär und Rebell zu sein. Das ist mutig – und heute unvorstellbar. Autowerbung in der Gegenwart hat so ziemlich alles an Schärfe und Humor verloren, was man verlieren kann.

Sie ist beliebig geworden, austauschbar, und man fragt sich, wo und wann die Kreativität auf der Strecke blieb. Das war einst anders. Citroën nahm das Wort von der Revolution auf und nennt einen unglaublich niedrigen Preis dafür. Mit beidem lag der Hersteller aber richtig.

Die Revolution hat bei Citroën ein Preisschild
Die Revolution hat bei Citroën ein Preisschild

Mit der Citroën GS kostet die Revolution nur 1 600 DM

1970 rollte die GS (wir nutzen wie in Frankreich die weibliche Form) auf den Markt. Ein Jahr später wurde sie als europäisches Auto des Jahres ausgezeichnet und die Doppelwinkelmarke hatte Pläne für mehr. Für eine GS mit Wankelmotor, die es niemals in großer Stückzahl geben würde und Citroën zwar nicht den Kopf, aber die Unabhängigkeit kosten sollte.

Doch 1971 war es noch nicht so weit und der verdutzte deutsche Autofahrer bekam ab 7 600 DM eine verkleinerte DS serviert. Die lag, nach der Berechnung des Herstellers, rund 1 600 DM über den üblichen Preisen für Mittelklasseautos, weshalb man auf diese Summe als Revolutionsgebühr kam.

Und eine technische Revolution in der, wie in der Anzeige zu lesen, „festgefahrenen Ruhe der Mittelklasse“ war die GS tatsächlich. Eine aerodynamische Form, die unglaubliche Hydropneumatik, und der daraus resultierende gehobene Fahrkomfort. Für Mittelklassekunden eine Offenbarung, auch wenn den deutschen Autotestern die Polster natürlich zu weich waren und das alles zu sehr wie eine Sänfte über die Strasse rollte.

Citroën GS, das europäische Auto des Jahres 1971
Citroën GS, das europäische Auto des Jahres 1971

Aber da hatte man das Prinzip nicht verstanden. Das der dick gepolsterten Sitze, die sich Citroën heute als Reminiszenz an alte Zeiten wieder erlaubt, und das des entspannten Fahrens.

Citroën zeigt das Auto aus der Zukunft

Eigentlich war die GS ein Auto aus der Zukunft, wäre da der Boxermotor nicht gewesen, dessen Geräuschkulisse jeden Träumer zurück in die Gegenwart holte. Doch der war nur eine Übergangslösung. Die Zukunft sollte der turbinenartig laufende, leise Wankelantrieb werden. Er hätte der GS gutgetan, die aber auch so ein Erfolg wurde.

Unabhängig von den Schwächen einer laxen Verarbeitung, der Anfälligkeit für Korrosion und der Liebe der GS, immer wieder den Citroën Service für kleinere oder größere Probleme in Anspruch zu nehmen.

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