Citroën Klassiker

Test: Citroën 2 CV AK, zum Kippen zu schade

Gedacht war er ursprünglich für sparsame Handwerker und Gemüsehändler – in der Bundesrepublik indessen konzentriert sich sein Auftreten auf mit Universitäten ausgestattete Gemeinden: Studenten gehören in erster Linie zum Käuferkreis des Citroën 2 CV AK, der Kombi-Ausführung von Citroëns „Ente“.

Denn gerade die Hochschulabsolventen, die der Kastenente hierzulande zu – bescheidenen – Verkaufszahlen verhelfen, haben genau erkannt, dass sich das voluminöse Wellblech-Gefährt nicht nur zum Transportieren von Salatköpfen eignet. Sie hängen stattdessen bunte Vorhänge an die Fenster, sorgen im üblicherweise vollkommen nackten Laderaum für Wohnlichkeit und gehen auf die Reise.

Wenn es sein muss, bis nach Nordafrika.

Wegen seines hochliegenden Schwerpunkts umrundet der Citroën AK extrem gefahrene Kurven auf zwei Rädern
Wegen seines hoch liegenden Schwerpunkts umrundet der Citroën AK extrem gefahrene Kurven auf zwei Rädern

Test: Citroën 2 CV AK, zum Kippen zu schade

Platz genug für die Expeditionsausrüstung von zwei, Personen gibt es im AK tatsächlich genügend, und mehr dürfen es auch gar nicht sein, da auf eine hintere Sitzbank ganz verzichtet wurde.

Allzu eilig darf man es jedoch nicht haben. Wegen seines gegenüber der regulären Rolldach-Ente erheblich höheren Gewichts (660 statt 590 kg) und seines größeren Luftwiderstands schwingt sich der Klein-Kombi nur zu höchst bescheidenen Fahrleistungen auf. Der Testwagen, der mit der stärkeren der beiden lieferbaren Motorversionen, dem 25‑PS- (18‑kW‑) leistenden Sechshunderter des 2 CV 6, ausgerüstet war, ließ sich beim Beschleunigen von 0 auf 80 km/h immerhin fast 26 Sekunden Zeit.

Der Laderaum des Citroën 2 CV AK bietet reichlich Platz. Camping Zubehör kann hier ebenso untergebracht werden wie das Rüstzeug eines Handwerkers
Der Laderaum des Citroën 2 CV AK bietet reichlich Platz. Campingzubehör kann hier ebenso untergebracht werden wie das Rüstzeug eines Handwerkers

Auf der Autobahn stellt sich nach langem Anlauf die bei 100 km/h liegende Höchstgeschwindigkeit ein. Damit muss sich der AK-Pilot darauf gefasst machen, dass ihn zügig gefahrene 30-Tonner von hinten bedrängen.

Besonders an Steigungen kann die ausgeprägte Temperamentlosigkeit die Nerven strapazieren. Schon die mildesten Bergpassagen bauen unbarmherzig die mühsam aufgebaute Bewegungsenergie ab und verhelfen damit zu einem seltenen Erlebnis. Man muss bereits an Steigungen zurückschalten, die moderne Kleinwagen kaum wahrnehmen.

2 CV AK, technische Daten (1977)
2 CV AK, technische Daten (1977)

Der Citroën 2 CV AK strapaziert die Geduld

Hat der AK zusätzlich auch noch Lasten zu schleppen, strapaziert er die Geduld seiner Insassen bis aufs Äußerste. Stattliche 455 Kilogramm dürfen ihm anvertraut werden. Doch ist dann von Temperament nicht mehr die Rede: 41 Sekunden braucht ein vollgepackter AK von 0 auf 80 km/h zu kommen.

Bei dieser Anstrengung vollführt der luftgekühlte Boxer im Bug einen Lärm, der – verstärkt durch die Resonanz des blechernen Hohlraums – das Mitführen einer Packung Ohropax geraten erscheinen lässt.

Dass sich der Zweizylinder abmühen muss, wird auch im Benzinverbrauch deutlich, der beträchtlich über dem gewohnten 2 CV-Niveau liegt. Der Testverbrauch betrug 8,4 Liter auf 100 km. Was angesichts der mageren Fahrleistungen recht viel, angesichts der Transportkapazität aber eben doch wenig ist.

Denn für weniger Geld schleppt kaum ein anderes Auto mehr.

Quelle: Auto Motor Sport, Heft 17/1977

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